07.02.2026, 21:06
Wer nur reagiert, verliert
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Die Gesellschaft und den öffentlichen Raum weitgehend sicher zu machen, kann nur schwerlich erreicht werden durch ausschließliche Restriktion nach Eintreten der Ereignisse.
By 7. Februar 2026
Von RAINER K. KÄMPF | Nach dem Tod des Zugbegleiters Serkan C. wird wieder diskutiert, besser und drastischer ausgedrückt: . Wir alle kennen diese bis zum Erbrechen gewohnten Floskeln und das geheuchelte Mitgefühl der politisch Verantwortlichen.
Da ist, wie gewohnt in einer Endlosschleife, die Rede von Notfallknöpfen, Videoüberwachung oder Bodycams für Zweier-Streifen des Sicherheitspersonals. Und ja, natürlich, abgedroschen, von härteren Strafen, die eh nie erfolgen werden, solang das Land noch vor dem Verfall hockt wie das Karnickel vor der Schlange.
Offenkundige Verrohung der Gesellschaft
Das sind alles berechtigte und dringend erforderliche Maßnahmen zur Aufklärung und Ahndung von Straftaten. Sie bewirken aber in den seltensten Fällen deren Vermeidung. Die offenkundige Tatsache der Verrohung der Gesellschaft, die Herabsetzung von Hemmschwellen und die daraus resultierende stetig sinkende Sicherheitslage der Bevölkerung, halten uns in einem sich selbst reproduzierenden Teufelskreis gefangen.
Wer immer nur reagiert, wird sich nie daraus befreien können. Die Gesellschaft und den öffentlichen Raum weitgehend sicher zu machen, kann nur schwerlich erreicht werden durch ausschließliche Restriktion nach Eintreten der Ereignisse.
Wegsehen, Verdrängen und Schönreden
Früher gehörte es zum grundlegenden Einsteigerwissen für Dienstanfänger und Berufseinsteiger, daß Kriminalprävention die bedingungslose Voraussetzung für eine weitgehend optimale Sicherheitslage sein muß. Kriminalprävention setzt unter anderem voraus, daß sämtliche staatlichen Bemühungen darauf ausgerichtet sein müssen, Straftaten zu verhindern und eine Kriminalitätslage besser gar nicht erst eintreten zu lassen.
Die im Artikel angesprochene Perspektivlosigkeit und soziale Entkopplung potentieller Täterpersönlichkeiten sind eine Tatsache und nicht von der Hand zu weisen. Sie sind jedoch nicht als göttliche Plage vom Himmel erschienen, sondern hausgemacht. Durch uns alle. Durch Wegsehen, Verdrängen und Schönreden. Wollen wir uns aus unserer drohenden Perspektivlosigkeit befreien, setzt dies Maßnahmen voraus, die eine Brennpunktkonzentration vermeiden und wieder abzubauen helfen.
Vermerk „Return to Sender“
Im Klartext: Als Erstes muß dafür gesorgt werden, daß nicht noch mehr perspektivlos, zur sozialen Entkopplung tendierende potentielle Täter ins Land geholt werden. Diejenigen, die schon da sind und erkennen lassen, in unserer Rechtsordnung lediglich eine Kann-Bestimmung sehen zu wollen, sollten im Eiltempo mit dem Vermerk „Return to Sender“ auf die Reise geschickt werden.
Und NEIN! Ganz entschieden: Es ist nicht die Aufgabe des Staates und der deutschen Gesellschaft, dafür zu sorgen, daß die Täter einen „Lernprozeß“ durchlaufen. Zumindest nicht bei uns. Nach einer leider erfolgten Tat muß die einzige Prämisse sein, die Gesellschaft vor einer möglichen Wiederholung zu schützen.
Leben wieder sicherer machen
Wenn wir als Gesellschaft erstmal damit leben müssen, daß politische Entscheidungsträger weit davon entfernt sind, als fachlich versiert zu gelten, müssen diese motiviert werden, sich zumindest als beratungskompatibel zu erweisen, bevor offensichtliche Fehlbesetzungen revidiert werden. Das allerdings ist unser Job!
Irgendwann klappt’s dann auch mal später, der Gesellschaft nicht nur ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, sondern unser Leben wieder sicherer zu machen. Auch wenns abgedroschen klingt: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
hat Kriminalistik, Rechtswissenschaft und BWL studiert. Er war tätig in einer Anwaltskanzlei, Geschäftsführer einer GmbH, freier Gutachter und Sachverständiger. Politisch aktiv ist Kämpf seit 1986. Als Kommissar in spezieller Stellung im Berliner Polizeipräsidium hatte er Kontakte zum damaligen „Neuen Forum“ in den Anfängen. Er verzichtete darauf, seinem Diensteid zu folgen und folgte lieber seinem Gewissen. Bis 2019 war er Referent einer AfD-Landtagsabgeordneten in Brandenburg. Aus gesundheitlichen Gründen beendete er diese Tätigkeit und befindet sich seither im unruhigen Ruhestand.
Quelle:
"Wenn Unrecht Gesetz wird,wird Rebellion Pflicht."
Der Klartexter
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geht es um alles, was nicht rund läuft im Land




