04.12.2025, 21:41
Putin droht mit Krieg: Die Kapitulation deutscher Medien und "Experten" vor der Realität
4 Dez. 2025
Putin droht Europa und insbesondere Deutschland mit Krieg. Das behaupten zumindest deutsche Meinungsmacher, nachdem der russische Präsident erklärt hatte, dass Moskau zu einem Krieg mit Europa "bereit" sei. Mit der Realität hat diese Berichterstattung jedoch nichts zu tun.
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Was er wirklich gesagt hat, soll im Dunkeln bleiben: Russlands Präsident Wladimir Putin bei einer Zeremonie zur Verleihung des internationalen Preises #WirSindZusammen im World Trade Center in Moskau, 3. Dezember 2025. - Quelle: Sputnik © Alexander Shcherbak
Von Achim Detjen
Wladimir Putin droht Europa mit einem umfassenden Krieg – das zumindest ist die einhellige Darstellung von Medien, "Experten" und Politikern in Deutschland. Anlass waren Äußerungen des russischen Präsidenten vor seinem Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff im Kreml.
"Putin droht Europa mit Krieg – 'Sind dazu sofort bereit'", fasst die Frankfurter Rundschau die Aussagen des Staatschefs . "Moskau droht NATO mit Vernichtung", weiß der Kölner Stadt-Anzeiger zu . "Verrät dieser Putin-Satz einen geheimen Angriffsplan?", die Bild-Zeitung.
Screenshot Bild-Zeitung
Deutsche Medien bieten den üblichen Verdächtigen eine Bühne, damit sie mit ihrer Schein-Expertise Putins Aussagen "einordnen" und orakeln, was der russische Präsident damit genau bezwecken wollte.
"Putin versucht, die Europäer von der Nutzung der beschlagnahmten russischen Gelder abzubringen. Gerade deswegen sollten wir das jetzt schnell tun", fordert der "Sicherheitsexperte" Nico Lange, seines Zeichens "Senior Fellow der Münchner Sicherheitskonferenz".
Im April 2024 hatte er einen "Strategiewechsel" und sich für ein direktes Eingreifen der NATO in den Ukraine-Konflikt ausgesprochen. Ein gutes Jahr später Lange, der bis 2022 dem Leitungsstab des Bundesverteidigungsministeriums angehörte, dass Putin zu stoppen leichter sei, "als man denkt" – und forderte in diesem Zusammenhang die Lieferung deutscher Taurus-Marschflugkörper an Kiew.
Ein weiterer von den Medien gern herangekarrter Scharfmacher ist der "Militärexperte" Carlo Masala – haben sich seine Prognosen zur Entwicklung des Ukraine-Konflikts in der Vergangenheit auch zuverlässig als falsch erwiesen, so tut das seiner Begehrtheit in deutschen PressePropaganda-Organen keinen Abbruch. Putins "verklausierte Drohung" diene dazu, "die Europäer dazu zu bewegen, ihre Position auf die der USA zu verändern", so die aktuelle Einschätzung des Professors der Bundeswehr-Uni München, der vor einem halben Jahr die Weigerung von Eltern, ihre Söhne für den Krieg herzugeben, als "paternalistisch" .
Ein weiterer Stahlhelmträger im Geiste, der nun erneut sein bellizistisches Gift verspritzen darf, ist der "Sicherheitsexperte" Joachim Krause. Im Februar 2023 der heute 74-Jährige die Angst der Deutschen vor einem Krieg als "Krankheit". In einem solchen Krieg wie in der Ukraine müsse man "bereit sein zu eskalieren", eine "Eskalationsphobie" helfe nicht weiter, schwadronierte Krause.
Für deutsche Medien – konkret um Welt-TV – sind solche Aussagen beste Voraussetzung, um diesen Kriegskrakeeler auch jetzt nach seiner Meinung zu fragen. Mit seiner Aussage ziele Putin "hauptsächlich auf uns Deutsche – wir haben keine Atomwaffen", so seine von Verblendung getragene Einschätzung. Doch in Krauses Kopf besteht noch Hoffnung:
"Großbritannien und Frankreich haben genügend Sprengstoff, um Russland in die Steinzeit zu bomben."
Na dann ist ja alles gut.
[b]Was Putin wirklich gesagt und gemeint hat[/b]
Zunächst einmal ist festzustellen: Putin hat Europa nicht gedroht, sondern gewarnt – und zwar vor den Konsequenzen des eigenen Handelns. Das ist ein gehöriger Unterschied. Doch hören will diesen Unterschied in Deutschland fast niemand. Politiker, "Experten" und Mainstream-Medien tun so, als hätte Putin einen Angriffsplan aus der Schublade gezogen und freundlicherweise der Öffentlichkeit offenbart, damit Europa sich darauf schon mal vorbereiten kann. Wobei das ja gar nicht nötig gewesen wäre, da die europäische "Koalition der Willigen" sich ohnehin auf einen Krieg gegen Russland vorbereitet.
Vor diesem Hintergrund hat Putin keine vorbereitete Erklärung abgegeben, sondern spontan auf Fragen von Reportern geantwortet. Und er drohte nicht, sondern warnte, indem er wörtlich sagte:
"Wir werden keinen Krieg gegen Europa führen. Das habe ich schon hundertmal gesagt. Aber wenn Europa plötzlich Krieg gegen uns führen will und damit anfängt, sind wir sofort bereit. Daran besteht kein Zweifel."
Der russische Präsident wies anschließend darauf hin, dass sich ein Krieg mit Europa fundamental von dem in der Ukraine unterscheiden würde.
"Das ist nicht die Ukraine. Gegenüber der Ukraine gehen wir sehr chirurgisch vor. Mit Bedacht."
Diese Aussage ist der Tatsache geschuldet, dass Russland die Ukraine als eine "Brudernation" betrachtet, deren Bürger im Wesentlichen Russen sind. Moskau unternimmt große Anstrengungen, um sicherzustellen, dass sie unversehrt bleiben, was dazu führt, dass der Krieg eine der niedrigsten zivilen Opferzahlen aller bekannten vergleichbaren Kriege aufweist. Darauf bezieht sich Putin, wenn er von einer "chirurgischen" Vorgehensweise spricht.
Ganz anders sähe die Lage aus, wenn Europa einen Krieg gegen Russland begänne. Dann könnte es "sehr schnell gehen", erklärte Putin.
"Wenn Europa plötzlich Krieg gegen uns beginnen will, wird es das tun. Sehr schnell könnte eine Situation entstehen, in der wir mit niemandem mehr verhandeln können."
Damit deutete Putin an, dass Russland in einem solchen Fall sein gesamtes militärisches Potenzial einsetzen würde – nötigenfalls auch Atomwaffen.
Europas Kriegstreiberei und eine unausgesprochene Erkenntnis
Putins Ansage erfolgte nicht im luftleeren Raum und ist keinen bellizistischen Bestrebungen Russlands geschuldet. Hintergrund sind die unverkennbaren und fortwährenden Bemühungen der Europäer, Friedensverhandlungen zu untergraben. Der Umgang mit dem 28-Punkte-Plan der USA hat dies einmal mehr verdeutlicht.
Scheinheilig haben europäische Vertreter die Gespräche zwischen den USA und Russland "begrüßt", zum Beispiel Deutschlands Außenminister Johann Wadephul. Doch selber lehnen sie Gespräche mit Russland ab – und beklagen sich dann, dass ihre Stimme bei den Verhandlungen keine Rolle spielt, nachdem sie sich selbst über Jahre konsequent ins diplomatische Abseits manövriert haben.
Statt die von der US-Regierung initiierte Chance auf ein Friedensabkommen zu nutzen, "Koalition der Kriegswilligen" einen eigenen 24-Punkte-Plan vor. Dieser hält an wesentlichen Wurzeln des Konflikts fest, wie zum Beispiel, dass die Ukraine "nicht zur Neutralität gezwungen" werden und auch der NATO beitreten dürfe. Der Plan wurde in dem vollen Bewusstsein skizziert, dass Moskau ihn nur unter einer Bedingung akzeptieren kann: der eigenen Kapitulation.
Und deshalb hat Putin völlig recht, wenn er sagt, dass die Europäer Russland weiterhin – in völliger Verkennung der realen Entwicklung auf dem Schlachtfeld – "eine strategische Niederlage" zufügen wollen. Kurz zusammengefasst lautet der traumtänzerische "Friedensplan" der Europäer also so: Wenn Russland kapituliert hat, dann machen wir mit der Ukraine, was wir wollen. Und mit den beschlagnahmten eingefrorenen russischen Geldern finanzieren wir unsere Siegesparade in Moskau.
Selten wurde die Welt Zeuge einer solch tiefgreifenden Realitätsverweigerung wie in den vergangenen Wochen.
Während die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas des russischen Militärs im Rahmen eines Friedensabkommen träumt; Emmanuel Macron französischer Truppen in Kiew und Odessa; der mögliche Selenskij-Nachfolger und Ex-Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee Walerie Saluschny ; ein oliv-grüner Bundeswehroffizier Russlands; und ein NATO-General gegen Russland; hat Putin einfach nur die Realität ausgesprochen: Russland will keinen Krieg mit Europa, ist aber bereit, diesen zu führen, wenn es denn sein muss.
In Berlin, Brüssel, London und Paris sieht man das genau umgekehrt: Dort will man einen Krieg mit Russland, ist aber – noch – nicht bereit dazu. Und deshalb gilt es, "kriegstüchtig" zu werden. Und das müsse laut Verteidigungsminister Boris Pistorius bis 2029 geschehen – in der an sich absurden Annahme, dass Moskau sich an diesen Zeitplan hält. Was nur dann einen Sinn ergibt, wenn dieser Annahme die unausgesprochene Erkenntnis zu Grund liegt, dass Russland gar nicht die Absicht hat, Europa anzugreifen.
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Quelle:
Putin: Russland plant keinen Angriff auf Europa – schriftliche Garantien möglich
27 Nov. 2025
Russland habe keine Pläne, Europa anzugreifen, erklärt Präsident Wladimir Putin auf einer Pressekonferenz in Kirgisistan. Falls gewünscht, könnte Moskau dies in schriftlicher Form bestätigen.
![[Bild: 6928785948fbef22a2196a16.jpg]](https://mf.b37mrtl.ru/deutsch/images/2025.11/article/6928785948fbef22a2196a16.jpg)
Wladimir Putin am 27. November 2025 in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek - Quelle: Sputnik © Alexander Kasakow
Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag im Rahmen des Staatsbesuchs in Kirgisistan eine Pressekonferenz abgehalten. Im Fokus des Gesprächs mit Journalisten standen die Lage im Ukraine-Konflikt und Friedensverhandlungen.
Zunächst wies Putin Spekulationen der europäischen Staats- und Regierungschefs über einen potenziellen russischen Überfall als komisch zurück. Moskau habe nie einen solchen Angriff geplant. Wenn Europa es möchte, wäre Russland bereit, diese Versicherung festzuschreiben.
Was den US-Friedensplan anbetrifft, so erklärt Putin, dass es keine Entwürfe eines Friedensvertrags gegeben habe, sondern eine Auswahl von Fragen zur Diskussion. Die Liste sei bereits nach dem Alaska-Gipfeltreffen entstanden. Daraufhin hätten die USA und die Ukraine darüber in Genf diskutiert. Das Ergebnis dieser Beratungen sei der russischen Seite mitgeteilt worden. Putin hob hervor:
"Im Allgemeinen sehen wir, dass die US-Seite unsere Position, die vor Anchorage und nach Alaska besprochen wurde, in gewisser Hinsicht berücksichtigt. Irgendwo müssen wir uns unbedingt zusammensetzen und konkrete Fragen ernsthaft erörtern. Alles muss in eine diplomatische Sprache gefasst werden."
Moskau sei im Wesentlichen damit einverstanden, dass der 28-Punkte-Plan von US-Präsident Donald Trump als Grundlage für zukünftige Vereinbarungen dienen könnte, fügte Putin hinzu. Kommende Woche soll eine US-Delegation nach Moskau reisen, deren Zusammenstellung Trump noch bestimmen werde. Die russische Seite werde von Präsidentenberatern Wladimir Medinski und Juri Uschakow sowie von Mitarbeitern des Außenministeriums vertreten.
Es sei aber sinnlos, mit der aktuellen Führung der Ukraine wegen ihrer Illegitimität Dokumente jeglicher Art zu unterzeichnen. Nach Ansicht von Putin beging Kiew einen strategischen Fehler, als es entschied, keine Wahlen durchzuführen. Der russische Präsident betonte:
"Von Seiten Kiews mag jeder, der kann oder will, Verhandlungen führen. Wir brauchen aber, dass unsere Lösungen von wichtigsten internationalen Akteuren anerkannt werden, das ist von Bedeutung."
Trotzdem äußerte sich Putin hoffnungsvoll, dass Russland und die Ukraine in Zukunft eine Einigung erzielen könnten.
Des Weiteren erörterte der Präsident die Lage in der Zone der militärischen Sonderoperation. Nach seinen Angaben rücken die russischen Streitkräfte an der gesamten Frontlinie vor, wobei Krasnoarmeisk und Dmitrow eingekesselt sind. Die russischen Truppen würden die Kämpfe um Sewersk fortsetzen, in Richtung Gulaipolje vorstoßen und fast vollständige Kontrolle über Woltschansk erlangen. Nach der Befreiung von Kupjansk waren 3.500 ukrainische Soldaten am linken Ufer des Oskol-Flusses blockiert. Die Verluste der gegnerischen Streitkräfte im Oktober schätzte Putin auf 47.500 Soldaten. Die ukrainische Armee verlöre ihre Gefechtsfähigkeit, falls die Kampfhandlungen nicht beendet würden, warnte Putin und betonte:
"Die ukrainischen Truppen ziehen sich aus den von ihnen besetzten Gebieten zurück, dann werden die Kampfhandlungen enden. Ziehen sie sich nicht zurück, erreichen wir dies mit Waffengewalt."
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Quelle:
"Wenn Unrecht Gesetz wird,wird Rebellion Pflicht."
Der Klartexter
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geht es um alles, was nicht rund läuft im Land




