17.10.2025, 19:28
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17.10.2025, 19:34 von Klartexter.)
"Es wäre eine Eskalation" – Trump bespricht mit Selenskij Tomahawk-Lieferung
17 Okt. 2025
Beim Empfang der ukrainischen Delegation im Weißen Haus äußerte sich US-Präsident Donald Trump auf die Frage, ob er Tomahawk-Lieferungen an die Ukraine zustimme, zurückhaltend. Er könne nicht sagen, ob diese Wladimir Putin verhandlungsbereiter machen würden.
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US-Präsident Donald Trump trifft Wladimir Selenskij im Weißen Haus am 17. Oktober - Quelle:
US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij gaben im Vorfeld eines Treffens im Weißen Haus eine Pressekonferenz. Die Gespräche finden statt, nachdem Trump am Donnerstag ein Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geführt hatte. Die beiden Staatschefs haben vereinbart, ein Gipfeltreffen in der ungarischen Hauptstadt Budapest abzuhalten.
Eines der wichtigen militärbezogenen Themen der beiden Gespräche war die Frage einer möglichen Lieferung von Tomahawk-Marschflugkörpern an die Ukraine. Auf die Frage eines Reporters, ob Trump die von Selenskij geforderten Tomahawks an die Ukraine liefern werde, gab sich der US-Präsident zurückhaltend. Man werde darüber sprechen, meinte er.
"Aber es wäre eine Eskalation."
Ein Journalist von der BBC wollte wissen, ob die Drohung mit den Tomahawks Putin nicht an den Verhandlungstisch bringen könne. Trump beteuerte: Sein Wunsch sei nur, einen "Deal" zustande zu bringen. Er könne nicht sagen, ob eine Tomahawk-Lieferung Putin verhandlungsbereiter machen würde, aber sie könnte eine "größere Eskalation" mit sich bringen, "viele schlimme Dinge" könnten geschehen. Außerdem benötigten die USA selbst die Tomahawks zum Schutz des eigenen Landes. Er nannte sie wundervolle, machtvolle, aber auch sehr gefährliche Waffen. Trump betonte dabei:
"Eines muss ich sagen: Wir wollen auch Tomahawks haben, wir wollen sie nicht abgeben."
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Das Treffen im Weißen Haus am 17. Oktober -
Selenskij hatte Trump zuvor gebeten, Kiew mit Tomahawk-Marschflugkörpern zu beliefern, die Ziele in einer Entfernung von bis zu 2.500 Kilometern (1.550 Meilen) treffen können, was bedeutet, dass sie potenziell Moskau und Ziele weit darüber hinaus erreichen könnten. Wie Reuters berichtete, war die ukrainische Delegation bereit, Trump einen Plan für einen möglichen Tomahawk-Einsatz zu präsentieren.
Doch wie Trump nach dem Gespräch mit Putin berichtete, habe Putin sich bemüht, ihn von dieser Idee abzubringen. Er selbst zeigte Verständnis für die Position des russischen Präsidenten. Russland hatte zuvor wiederholt gewarnt, dass die Lieferung von Tomahawks "die Lage auf dem Schlachtfeld nicht ändern", aber "die Aussichten auf eine friedliche Lösung erheblich beeinträchtigen" und die Beziehungen zwischen den USA und Russland schädigen würde.
Trump lenkte das Gespräch auf einen möglichen Dialog zur Beendigung des Konflikts und sagte, dass zwischen Putin und Selenskij viel "böses Blut" herrsche, was eine Einigung verhindere.
"[Putin] will, dass [der Konflikt] beendet wird. Präsident Selenskij will, dass er beendet wird. Jetzt müssen wir es schaffen", sagte Trump.
Ungarn sei ein sicheres Land, es habe dank der guten Amtsführung Viktor Orbáns viele Probleme nicht, unter denen andere Länder litten. Selenskij werde wahrscheinlich in Budapest zugegen sein, ein persönliches Treffen mit Putin sei jedoch unwahrscheinlich. Alle drei Präsidenten würden anwesend sein, aber die Treffen würden getrennt verlaufen.
Selenskij warf dem russischen Präsidenten vor, keinen Waffenstillstand zu wollen, und fügte hinzu, sein Ziel in den Verhandlungen mit Trump sei es, "das zu bekommen, was wir brauchen, um Putin zu Verhandlungen zu bewegen". Laut Selenskij strebt die Ukraine auch robuste Sicherheitsgarantien an. "Die NATO ist das Beste, aber Waffen sind sehr wichtig."
Gegen Ende der Pressekonferenz wurde Trump gefragt, ob er Russland immer noch als Papiertiger betrachte. Trump wollte dies nicht bejahen, sondern äußerte sich dahingehend, dass Putin den Krieg innerhalb einer Woche hätte gewinnen können, "wenn nicht die russischen Panzer im Schlamm stecken geblieben wären".
Bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Brüssel im Rahmen des sogenannten Ramstein-Formats am 15. Oktober hatte US-Kriegsminister Pete Hegseth noch eine schwere Drohung gegen Russland ausgestoßen: Wenn Russland nicht bald ein Friedensabkommen schließe, würden die USA und ihre Verbündeten das Land dafür bezahlen lassen.
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Selenskij schlägt Trump vor, Tomahawk-Raketen gegen Drohnen zu tauschen
17 Okt. 2025
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Donald Trump und Wladimir Selenskij am 17. Oktober 2025 vor dem Treffen im Weißen Haus - Quelle: © Xinhua / Hu Yousong
Während des heutigen Treffens im Weißen Haus bestand Wladimir Selenskij darauf, dass die Ukraine die Tomahawk-Marschflugkörper braucht. Selenskij schlug daher vor, dass ukrainische Drohnen gegen US-Tomahawks getauscht werden könnten:
"Die Ukraine hat Tausende von Drohnen aus eigener Produktion, aber keine Tomahawks. Deshalb brauchen wir Tomahawks. Die USA können Tausende Drohnen von uns haben, hier können wir zusammenarbeiten."
Trump erwiderte, dass die Ukraine die Tomahawks hoffentlich nicht brauchen würde und der Konflikt ohne die Lieferung dieser Raketen beendet werden könnte. Der US-Präsident habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen. An dem Vorschlag von Selenskij zeigte sich Trump aber interessiert:
"Wir bauen unsere eigenen Drohnen, kaufen aber auch Drohnen von anderen, und die bauen sehr gute Drohnen. Der Drohnenkrieg ist in den letzten Jahren wegen dieses Krieges wirklich in den Vordergrund gerückt."
Quelle:
Tomahawks: Nicht Kampf-, sondern Druckmittel
16 Okt. 2025
Der Zweck der angekündigten Lieferungen von Tomahawk-Marschflugkörpern an die Ukraine besteht aus Sicht der USA lediglich darin, Druck auf Russland auszuüben. Das Problem: Als Druckmittel haben die Tomahawks keine Auswirkungen, als Eskalationsfaktor dagegen schon.
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Symbolbild - Quelle: © U. S. Navy
Von Ilja Kramnik
Donald Trumps Problem in Sachen Übergabe von Tomahawk-Marschflugkörpern besteht darin, dass er ernsthaft – sonst hätte er das nicht persönlich kommentiert – zu glauben scheint, dass diese Maßnahme wirksam sei, um Russland insgesamt und Wladimir Putin persönlich unter Druck zu setzen. Ein Jurist würde dies als "untauglichen Versuch" bezeichnen. Ein solcher Terminus wird verwendet, wenn beispielsweise jemand versucht, einen Mord zu begehen, allerdings nicht weiß, dass seine Waffe defekt ist.
Die Tomahawks sind in diesem Falle natürlich intakt, doch die Aufgabe besteht ja darin, Russland durch deren Übergabe an die Ukraine unter Druck zu setzen. Und zur Lösung dieser Aufgabe eignen sich die Marschflugkörper ebenso gut wie eine Spielzeugpistole für einen Mord. Für wahrhaftigen Druck auf Russland müsste das gesamte Arsenal der US-amerikanischen Marschflugkörper eingesetzt werden, doch auch das würde nicht reichen: Das Ergebnis wäre ein schneller Übergang zu einem heißen Krieg, allerdings nicht mehr zwischen Russland und der Ukraine, sondern zwischen Russland und der NATO.
Offensichtlich will Trump dies nicht und versucht stattdessen, Druck auszuüben: "Seht her, wir liefern der Ukraine Waffen, schließt also Frieden, sonst werden sie schießen." Und sie könnten in der Tat schießen.
Wie aber wird in diesem Fall Russlands Reaktion ausfallen? Offensichtlich geht Moskau davon aus, dass der Westen die Sinnlosigkeit dieses "Drucks" ebenso wie die Untauglichkeit des gewählten Druckmittels versteht, zumal Trump versprochen hat, sich diesbezüglich mit Putin in Verbindung zu setzen, und er entsprechende Argumente auch persönlich zu hören bekommen wird. Folglich könnte Russland meinen, dass das Ziel des Gegners in diesem Fall nicht darin besteht, "Druck auszuüben", sondern mindestens Schaden anzurichten, und zwar unter fremder Flagge. Doch das würde eine direkte Kriegsbeteiligung der USA aufseiten der Ukraine bedeuten, die weit darüber hinausgeht, was sich die Gegner im Kalten Krieg leisten konnten. So lieferte die UdSSR während des Vietnamkriegs keine Schiffsabwehrraketen an Vietnam, die in der Lage gewesen wären, die US-Marine anzugreifen, obwohl die Entfernungen selbst Angriffe auf Flugzeugträger ermöglichten und die Sowjetunion die Ziele vorgeben konnte. Ebenso schloss die UdSSR in den 1980er Jahren einen Einsatz von syrischen Schiffsabwehrsystemen gegen US-Schiffe an der Küste Libanons aus.
Die USA verzichteten ihrerseits während des Afghanistan-Kriegs auf Versuche, die Mudschaheddin bei Angriffen auf sowjetisches Territorium zu unterstützen und weigerten sich, entsprechende Satellitenbilder und Aufklärungsdaten zu teilen. Alle derartigen Versuche, von denen es nicht wenige gab, unternahmen die Mudschaheddin aus eigenen Kräften, indem sie Grenzposten und grenznahe Objekte angriffen. Sowohl die UdSSR als auch die USA agierten dabei nicht aus Menschenliebe: Moskau und Washington verstanden nur zu gut, wo die Grenzen lokaler Konflikte verlaufen, die selbst bei äußerster Antipathie gegenüber dem Gegner nicht überschritten werden sollten.
Kehren wir nun in unsere Zeit und unsere Region zurück. Die Gefahr einer unmittelbaren Einmischung der USA in den Konflikt würde seine Logik vollständig ändern. Was für Washington ein "Druckmittel" zu sein scheint, kann und muss Russland anders bewerten – als eine direkte Gefahr der Konfrontation mit den Vereinigten Staaten. Allein schon deshalb, weil es keinen Sinn hat, auf diese Weise Druck auszuüben. Im Rahmen einer direkten Bedrohung hat Russland das Recht, davon auszugehen, dass eine Lieferung von Tomahawks an die Ukraine die Vorbereitung auf etwas Ernsteres sein kann. Doch in diesem Fall wird auch Russlands Reaktion anders ausfallen, als es die USA im Rahmen ihres "Druckkonzepts" vermuten.
Übersetzt aus dem . Verfasst speziell für "RT" am 14. Oktober 2015.
Ilja Kramnik ist Militäranalyst, Experte beim Russischen Rat für Internationale Angelegenheiten sowie Forscher am Institut für Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen.
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Quelle:
"Wenn Unrecht Gesetz wird,wird Rebellion Pflicht."
Der Klartexter
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