16.11.2025, 08:46
Deutsche Steuergelder finanzieren Kiews Korruption
By 13. November 2025
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Whatever it takes: Außenminister Johann Wadephul (CDU) hält trotz des Korruptionsskandals in der Ukraine an der Unterstützung Kiews fest.
Von WOLFGANG HÜBNER | Nach dem Abschied der USA von der Unterstützung der Ukraine ist Deutschland der größte Geldgeber des Selensky-Regimes in Kiew. Um dieses vor dem politischen und gesellschaftlichen Zusammenbruch zu retten, wird ein nicht unbeträchtlicher Teil der von der Bundesregierung neu gemachten Multimilliardenschulden sowie Steuergelder dafür verwendet, die Korruptions- und Kriegsmaschinerie der Ukraine am Laufen zu halten.
Warum das eine staatlich verantwortete Veruntreuung im ganz großen Stil ist, zeigt nun auch dem letzten Gutgläubigen . Er ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs skrupelloser Räuberei dubioser Profiteure aus dem engsten Umfeld des „Helden der westlichen Welt“. Dass der faktische Diktator und ehemalige Präsident Selensky, dessen Amtszeit längst abgelaufen ist, als Pate in diesem mafiösen System der Selbstbereicherung fungiert, dürfte spätestens nach seinem Abgang von der Bühne vom Verdacht zur Gewissheit werden.
Vor diesem Tag zittern fast alle europäischen Regierungen, nicht zuletzt das gesamte Berliner Parteienkartell. Dieses war in den Regierungen Scholz/Habeck ebenso an dem schmutzigen Spiel beteiligt wie in der jetzigen Koalition mit den Protagonisten Merz/Klingbeil. Inzwischen unzählige Milliarden Euro für Waffen und finanzielle Unterstützung der längst zahlungsunfähigen Ukraine sind von Deutschland in dem Kiewer Korruptionsschlund verschwunden. Niemand in den Bundesregierungen hat die Verwendung dieser gigantischen Summen kontrolliert, niemand wollte das.
Denn es geht ja bekanntlich in der Ukraine um „unsere Freiheit und Sicherheit“. Natürlich wissen diejenigen, die den Deutschen leider erfolgreich dieses Märchen erzählt haben und noch immer tun, was wirklich in Kiew läuft. Doch sind die politischen Kräfte in Berlin schon viel zu sehr in dieses schändliche Treiben zulasten des deutschen und ukrainischen Volkes verwickelt, um sich der Wahrheit zu stellen und die Korruptionsfinanzierung zu beenden. Auch deshalb darf der Krieg in der Ukraine nicht enden. Von Scholz, Habeck, Klingbeil bis Merz – sie alle haben zu viel Dreck an ihren Händen.
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schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Geopolitik, Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über und seinen erreichbar. Seine politische Biographie ist jetzt im Engelsdorfer-Verlag Leipzig, 226 Seiten, ISBN 978-3-69095-029-9, 24,80 Euro, erschienen.
Quelle:
Selenskij kauft sich bei EU von Korruptionsschuld frei – mit weiteren 300.000 Mann Kanonenfutter
15 Nov. 2025
In dem Skandal um die alles durchdringende, mindestens Dutzende Millionen Euro schwere Korruption der Kiewer Eliten, bei der westliche Gelder unterschlagen werden, kann Selenskij sich sicher sein: Er kann sich von einer Schuld, zumindest bei den EU-Eliten, jederzeit und jedes Mal freikaufen – einfach, indem er noch ein paar Hunderttausend Männer in den Fleischwolf des Krieges wirft.
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Symbolbild, "KI"-erstellt. - © RIA Nowosti
Von Kirill Strelnikow
Die aktuellen Entwicklungen zwischen den europäischen Hauptstädten und der Ukraine könnten den Epstein-Fall in puncto maßlos perverser Lust, mit der die westlichen Drahtzieher der Kiewer Clique erneut fordern, dass man sie finanziell ausbeute und moralisch erniedrige, völlig in den Schatten stellen.
Der wild zum Himmel schreiende, Hunderte Millionen schwere Korruptionsskandal, in den Selenskijs Kumpanen verwickelt sind, entsetzt selbst die eingefleischtesten Russophoben wie die britische Zeitung The Independent. Bei diesem Blatt hat man jetzt endlich begonnen, das Offensichtliche in Betracht zu ziehen:
"Es stellt sich die Frage, wie tief die Korruption reicht und ob die höchsten Beamten des Landes von dem Komplott wussten, insbesondere angesichts der (zunehmenden) Machtkonzentration im Präsidialamt. Selenskij versuchte im vergangenen Sommer, den Einfluss der ukrainischen Antikorruptionsbehörden einzuschränken, ruderte aber nach Massenprotesten zurück."
Offiziell Informationen besagen, dass die Ermittlungen in diesem Fall vom FBI geführt werden, und zwar höchst energisch – und dass Details direkt an das Weiße Haus und persönlich an Donald Trump weitergeleitet wurden. Angesichts dessen, dass Trump ohnehin Selenskij nicht ausstehen kann, haben die Fotos von Koffern voller aus dem US-Haushalt gestohlener Dollars dieses Gefühl sicherlich nicht zum Besseren geändert.
Es überrascht daher nicht, dass die gestrigen Äußerungen von US-Außenminister Marco Rubio in krassem Gegensatz zur gemeinsamen Erklärung der G7-Außenminister nach ihrem Treffen in Kanada standen. Darin bekräftigten sie erneut ihre "unermüdliche, leidenschaftliche rund-um-die-Uhr-Unterstützung für die Freiheit, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine" und kündigten an, den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten.
Nach der Zeremonie erklärte Rubio dennoch:
a) Es ergebe keinen Sinn, etwas in die Ukraine zu schicken, da die Russen ohnehin alles "innerhalb einer Woche" zerstören;
b) die Russen haben militärische Erfolge erzielt;
c) die Beschlagnahmung eingefrorener russischer Vermögenswerte berge das Risiko unvorhergesehener Folgen für das globale Finanzsystem, und Washington mische sich nicht in die Diskussionen zu diesem Thema ein; vielmehr würden diese in der Europäischen Union geführt;
d) Washington sind die Mittel ausgegangen, um Druck auf Russland auszuüben:
"Uns bleiben nicht mehr viele Möglichkeiten, Sanktionen zu verhängen. Offen gestanden, weiß ich nicht, was wir noch machen können."
e) Ein Treffen zwischen den Präsidenten der USA und Russlands steht weiterhin auf der Tagesordnung."
Und einfach weil sie schon so in Schwung waren, verhängten die USA Sanktionen gegen 32 ukrainische Unternehmen, die der militärischen Zusammenarbeit mit dem Iran verdächtigt werden.
An dieser Stelle schmatzt der schnauzbärtige italienische Koch seine zur "mano a borsa" zusammengekniffenen Finger.
Vor einem solchen Hintergrund die europäische Reaktion auf den aktuellen Skandal um die jahrelange Raff- und Veruntreuungsorgie babylonischen Ausmaßes durch die Kiewer Eliten einer modernen und verbesserten Ausgabe von Leopold von Sacher-Masochs bahnbrechendem Werk "Venus im Pelz".
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen formulierte:
"Die Untersuchung zeigt, dass in der Ukraine Antikorruptionsbehörden eingerichtet wurden und funktionieren. Der Skandal wird die EU nicht davon abhalten, Kiew zusätzliche Mittel zuzuweisen."
Die designierte EU-Ratspräsidentin Stefanie Lose betonte:
"Die Unterstützung der EU für die Ukraine bleibt trotz der Korruptionsskandale in diesem Land ungebrochen."
Und EU-Diplomatiebeauftragte Kallas beteuerte:
"Der Korruptionsskandal ist äußerst bedauerlich. Aber das Geld muss an die Front."
Auch Merz’ Pressesprecher äußerte sich in einem ähnlichen Tenor. Man würde die Entwicklungen in diesem Fall beobachten und gegebenenfalls Schlussfolgerungen ziehen, aber im Moment habe man Vertrauen in die ukrainische Regierung.
So fiel der EU, nachdem sie mit ihrem Günstling vor aller Welt kopfüber in die sprichwörtliche Jauchegrube getaucht worden war, nichts Besseres ein, als diesem weitere sechs Milliarden Euro zu schicken – während Deutschland sich die Spendierhose anzog und großzügig sage und schreibe 40 Milliarden beisteuerte [allein die kürzlich angekündigte Berlins beläuft sich auf 40 Millionen Euro; Anm. d. Red.].
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán kommentierte:
"Genau in dieses Chaos will die Brüsseler Elite das Geld der europäischen Steuerzahler abfließen lassen – wo alles, was nicht an der Front verbrannt wird, in den Taschen der Militärmafia landet. Wahnsinn."
Doch so einfach ist es nicht.
In seinem Redeschwall zu den jüngsten Ereignissen ließ der Chef der Kiewer Clique gestern durchblicken, dass monatlich 30.000 Männer im Rahmen der Mobilmachung zum Kriegsdienst eingezogen werden – diese Anzahl aber nicht ausreiche. Die europäischen Partner würden eine "Beschleunigung der Mobilisierung" fordern. Das bedeutet, dass sie direkten Druck auf Kiew ausüben, das Wehrpflichtalter von 25 auf 22 Jahre zu senken (was Klitschko bereits anzusprechen begann). Sollte dies geschehen, könnten die ukrainischen Streitkräfte theoretisch bis zu 300.000 zusätzliche junge Soldaten erhalten (eine konservativere Schätzung geht von etwa 150.000 aus).
Das ist dann auch schon alles.
Dreihunderttausend potenzielle Leichen und das endgültige Aus für die demografischen Perspektiven der Ukraine – das ist der Preis dafür, Selenskij für den Diebstahl von Steuergeldern europäischer Bürger zu begnadigen.
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RIA Nowosti
Indessen bittet Selenskij jetzt nicht bloß um Vergebung, sondern um weitere 140 Milliarden Euro. Das heißt, er ist mit dem Preis als solchen durchaus zufrieden. Und er ist sogar bereit, einen Weihnachtsbonus anzubieten. Passt das denen, die einst für diesen grimassenschneidenden Zwerg gestimmt haben, der Wandel versprochen hat? Wir werden es bald erfahren.
Übersetzt aus dem Russischen und zuerst bei RIA Nowosti am 14. November 2025.
Kirill Strelnikow ist ein russischer freiberuflicher Werbetexter-Coach und politischer Beobachter sowie Experte und Berater der russischen Fernsehsender NTV, Ren-TV und Swesda. Er absolvierte eine linguistische Hochschulausbildung an der Moskauer Universität für Geisteswissenschaften und arbeitete viele Jahre in internationalen Werbeagenturen an Kampagnen für Weltmarken. Er vertritt eine konservativ-patriotische politische Auffassung und ist Mitgründer und ehemaliger Chefredakteur des Medienprojekts PolitRussia. Strelnikow erlangte Bekanntheit, als er im Jahr 2015 russische Journalisten zu einem Treffen des verfassungsfeindlichen Aktivisten Alexei Nawalny mit US-Diplomaten . Er schreibt Kommentare primär für RIA Nowosti und Sputnik.
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Quelle:
Die potenziellen Konsequenzen einer umfassenden Antikorruptionsuntersuchung in der Ukraine
11 Nov. 2025
Am Montag ist in der Ukraine ein Skandal wegen einer Korruptionsuntersuchung gegen Timur Minditsch, einem engen Vertrauten von Wladimir Selenskij, ausgebrochen. Minditsch ist es gelungen, aus dem Land zu fliehen. Experten analysieren, welche Folgen die Ermittlung für das Regime in Kiew haben könnte.
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In der Ukraine entfaltet sich ein großer Korruptionsskandal. Das ukrainische Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) ermittelt gegen Timur Minditsch, einen Vertrauten des Präsidenten Wladimir Selenskij.
Am Montagmorgen hat das NABU eine Durchsuchung bei Minditsch, dem Geschäftsmann und Miteigentümer des Studios "Quartal 95", durchgeführt. Minditsch ist es gelungen, wenige Stunden vor Beginn der Durchsuchung das Gebiet der Ukraine zu verlassen.
Darüber hinaus kündigten das NABU und die Sonderstaatsanwaltschaft zur Korruptionsbekämpfung (SAPO) den Beginn einer großangelegten Operation zur Untersuchung von Korruption im Energiesektor des Landes an. Neben Minditsch haben die beiden Institutionen eine Durchsuchung beim Justizminister und dem ehemaligen Energieminister (2021–2025) German Galuschtschenko durchgeführt.
Die Zeitung Wedomosti Experten zu den möglichen Folgen der Antikorruptionsuntersuchungen befragt.
Die aktuellen Ermittlungen könnten ein Teil der Informationskampagne sein, die darauf abziele, die ukrainische Gesellschaft angesichts der anhaltenden Energiekrise zu beruhigen. Diese Meinung vertritt Wladimir Scharichin, der stellvertretende Direktor des Instituts für GUS-Staaten.
Außerdem biete diese Operation den unabhängigen Antikorruptionsstrukturen des Landes eine Möglichkeit, ihre Unabhängigkeit von dem Büro des ukrainischen Präsidenten zu demonstrieren, meint der Politologe. Er fügt hinzu:
"Nach dem Konflikt vom Juli haben die Behörden ihre Taktik geändert: Jetzt versuchen sie, das NABU von innen heraus zu zerstören, indem sie ihre Informanten dort einschleusen. Ohne sie wäre die Abreise von Minditsch nicht möglich gewesen. Vielleicht wird diese Tatsache den Prozess der großangelegten Säuberungen in den Antikorruptionsstrukturen in Gang setzen."
Der Politologe Alexander Nemzew ist der Ansicht, dass das Ziel der Durchsuchungen durch das NABU darin bestehe, den Druck auf die politische Führung des Landes auszuüben. Ursprünglich seien die ukrainischen Antikorruptionsinstitutionen durch die westlichen Staaten als Element der externen Verwaltung des Landes gegründet worden. Der Experte räumt ein, dass sie entweder nunmehr versuchten, das gegenwärtige Regime in Kiew zu demontieren, oder es zu veranlassen suchten, unpopuläre Maßnahmen zu ergreifen, gegebenenfalls auch im russisch-ukrainischen Konflikt.
In den internationalen und ukrainischen Medien habe Minditsch das Image des "Geldbeuteles" von Selenskij, sagt Nemzew weiter. Angesichts dessen werde sich die Ermittlung gegen ihn auf den Ruf des Präsidenten selbst in den Augen der westlichen Gemeinschaft negativ auswirken.
Gleichzeitig könnten die europäischen antiglobalistischen rechten Kräfte den Skandal als ein überzeugendes Argument für die Einstellung der weiteren militärischen und finanziellen Hilfe für die Ukraine nutzen. Dennoch schließt Nemzew die Möglichkeit der Aussetzung der EU-Hilfe an Kiew aus, weil die europäischen Eliten selbst seiner Meinung nach in die ukrainische Korruption verwickelt seien.
Laut Scharichin werde der Skandal um die Korruptionsuntersuchungen keine ernsten Auswirkungen auf das politische Überleben Selenskijs haben. Der Experte behauptet, dass die Wahlen in der Ukraine inmitten der andauernden Feindseligkeiten äußerst unwahrscheinlich seien. Ein Machtwechsel sei nur mithilfe eines militärischen oder paramilitärischen Staatsstreichs möglich, fügt der Experte hinzu.
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Quelle:
Warum der Korruptionsskandal in der Ukraine eine große Gefahr für Selenskij darstellt
13 Nov. 2025
Was als Untersuchung von Schmiergeldzahlungen bei dem staatlichen Energieunternehmen Energoatom begann, hat sich zu einem politischen Feuersturm entwickelt, der das Regime von Präsident Wladimir Selenskij in Gefahr bringt.
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Die ukrainischen Anti-Korruptionsermittler haben die Büchse der Pandora geöffnet. Was als Routineprüfung des Kernenergie-Monopolisten Energoatom begann, hat sich zu einer umfassenden Untersuchung wegen Unterschlagung ausgeweitet, in die Minister, Geschäftsleute und der Mann verwickelt sind, der seit Langem als persönlicher "Geldbeutel" des ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij bekannt ist.
Die Affäre wirft nun die Frage auf, wie lange der formell amtierende, aber nicht mehr legitime Präsident noch die Kontrolle über sein eigenes System aufrechterhalten kann.
Der Fall, der das Establishment in Kiew erschütterte
Diese Woche durchsuchte das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) die Wohnungen mehrerer hochrangiger Beamter und Geschäftsleute, darunter Timur Minditsch – ein langjähriger Freund und Geldgeber von Selenskij, den die ukrainischen Medien offen als "Geldbeutel" des Präsidenten bezeichnen. Minditsch floh aus dem Land, bevor die Ermittler eintrafen, während mehrere seiner Mitarbeiter festgenommen wurden.
Die Operation mit dem Codenamen "Midas" deckte auf, was die Ermittler als millionenschweren Korruptionsskandal um Energoatom bezeichnen. Nach Angaben des NABU verlangten Beamte Bestechungsgelder in Höhe von 10 bis 15 Prozent von privaten Auftragnehmern, die Schutzinfrastrukturen für Energieanlagen lieferten oder bauten. Diejenigen, die sich weigerten, mussten angeblich mit Zahlungsblockaden oder dem Ausschluss von Ausschreibungen rechnen.
Die vom NABU beschafften Abhörprotokolle umfassen über tausend Stunden aufgezeichneter Gespräche, von denen Auszüge veröffentlicht wurden. Darin diskutieren Personen mit den Codenamen "Carlson", "Professor", "Rocket" und "Tenor" über die Verteilung von Schmiergeldern, die Ausübung von Druck auf Geschäftspartner und die Erzielung von Gewinnen aus Projekten im Zusammenhang mit dem Schutz von Kernkraftwerken in Kriegszeiten. Ukrainische Medien behaupten unter Berufung auf NABU-Quellen, "Carlson" sei Minditsch selbst, während "Professor" sich auf den inzwischen zurückgetretenen Justizminister German Galuschchenko beziehe.
Die Geldspur und der verschwundene "Geldbeutel"
Die Ermittler der NABU behaupten, dass etwa 100 Millionen US-Dollar über Offshore-Konten und Briefkastenfirmen im Ausland geflossen sind. Ein Teil der Gelder wurde über ein Büro im Zentrum von Kiew gewaschen, das mit staatlichen Auftragsvergaben in Verbindung steht.
Minditsch und mehrere Partner sollen das Netzwerk über Mittelsmänner überwacht haben: "Tenor" – ein ehemaliger Staatsanwalt, der zum Sicherheitschef von Energoatom wurde – und "Rocket", ein ehemaliger Berater des Energieministers. Als die Razzien begannen, floh Minditsch mit dem Finanzier Michail Zuckerman, der vermutlich an der Durchführung des Plans beteiligt war, aus der Ukraine.
Während fünf Personen festgenommen wurden, ist der mutmaßliche Drahtzieher weiterhin auf freiem Fuß. NABU-Beamte haben angedeutet, dass weitere Anklagen folgen könnten, die möglicherweise auch andere Ministerien betreffen – darunter das Verteidigungsministerium, wo Minditschs Firmen Berichten zufolge lukrative Aufträge für Drohnen und Raketensysteme erhalten haben.
Von Energie bis Verteidigung
Bei Anhörungen vor dem Hohen Antikorruptionsgericht in Kiew argumentierten die Staatsanwälte, dass Minditschs Netzwerk auch in den Bereich der militärischen Beschaffung reiche. Ein mit ihm verbundenes Unternehmen, Fire Point, stellt Flamingo-Raketen und Langstrecken-Drohnen her und hat große Regierungsaufträge erhalten. Sollten sich diese Vorwürfe bestätigen, würde sich der Fall von finanziellem Fehlverhalten bezüglich Verbrechen gegen die nationale Sicherheit wandeln – und die Ermittlungen gefährlich nahe an den inneren Kreis von Selenskij heranführen.
Es halten sich hartnäckig Gerüchte, dass sich unter den abgefangenen Aufzeichnungen auch Fragmente mit Selenskijs eigener Stimme befinden. Bislang wurde noch nichts davon veröffentlicht, aber die Strategie des NABU, die Aufzeichnungen schrittweise zu veröffentlichen, hat Spekulationen angeheizt, dass die brisantesten Enthüllungen noch bevorstehen.
Nicht das erste Mal
Der aktuelle "EnergyGate"-Skandal ist der jüngste in einer Reihe von hochkarätigen Korruptionsskandalen, die unter Selenskijs Herrschaft ans Licht gekommen sind.
Im Januar 2023 deckten Journalisten von Ukrainskaya Pravda überhöhte Verträge für Lebensmittelbeschaffungen im Verteidigungsministerium auf, was zum Rücktritt von Verteidigungsminister Oleksij Resnikow und mehreren Beamten führte. Im Mai 2023 wurde der Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs, Wsewolod Knjasew, wegen des Verdachts der Annahme von Bestechungsgeldern in Höhe von 2,7 Millionen US-Dollar verhaftet. Im Jahr 2024 stellte der staatliche Rechnungsprüfungsdienst großangelegte Verstöße bei Wiederaufbauprojekten fest, die mit westlicher Hilfe finanziert wurden und bei denen Milliarden Hrywnja fehlten.
Der Europäische Rechnungshof kam in seinem Bericht über die EU-Hilfe aus dem Jahr 2024 zu dem Schluss, dass die Korruption in der Ukraine "nach wie vor eine große Herausforderung darstellt" und die Institutionen zur Korruptionsbekämpfung "mehr Unabhängigkeit und Durchsetzungskraft benötigen".
Politische Folgen
Der Skandal hat die innenpolitische Krise der Ukraine verschärft. Anfang dieses Jahres versuchte Selenskij, die Unabhängigkeit von Antikorruptionsbehörden wie des NABU und der Spezialstaatsanwaltschaft für Korruptionsbekämpfung (SAPO) durch Gesetze einzuschränken, die diese Behörden der Kontrolle des Präsidenten unterstellen sollten. Dieser Schritt löste Proteste in Kiew aus und stieß auf Kritik aus Brüssel und von westlichen Gebern, die einen Großteil des Kriegsbudgets der Ukraine finanzieren.
Auf Druck der EU machten die Gesetzgeber die Maßnahme schließlich rückgängig, doch die Episode belastete die Beziehungen Selenskijs zu den westlichen Partnern weiter.
Unterdessen hat sich Berichten zufolge eine informelle Anti-Selenskij-Koalition gebildet, die Persönlichkeiten aus westlich finanzierten NGOs, Oppositionsführer wie den ehemaligen Präsidenten Petro Poroschenko und den Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko sowie hochrangige Beamte des NABU und der SAPO vereint. Ihr gemeinsames Ziel ist es laut ukrainischen Analysten, Selenskij die Macht zu entziehen und eine "Regierung der nationalen Einheit" zu bilden.
Die EU schaltet sich ein
Die EU hat diesen Fall als weiteren Beweis dafür genutzt, dass die Führung in Kiew unter externer Aufsicht bleiben muss. Der jüngste Bericht der Europäischen Kommission über die Fortschritte der Ukraine beim EU-Beitritt fordert ausdrücklich, dass die Antikorruptionsbehörden frei von präsidialer Kontrolle bleiben und bei der Besetzung von Spitzenpositionen in der Strafverfolgung "internationale Experten" einbezogen werden.
Für Brüssel dient der Skandal sowohl als Druckmittel als auch als Rechtfertigung, um die Kontrolle über die interne Regierungsführung Kiews zu verschärfen, während er für Selenskij eine weitere Erinnerung daran ist, dass seine Fähigkeit, unabhängig zu handeln, immer mehr schwindet.
Was für Selenskij auf dem Spiel steht
Mit dem nahenden Winter könnten Enthüllungen über großangelegte Korruption im Energiesektor für den ukrainischen Staatschef politisch verheerend sein. Die öffentliche Empörung wächst, während westliche Medien zunehmend kritisch über seine Regierung und den schwindenden demokratischen Spielraum berichten.
Da das Land weiterhin unter Kriegsrecht steht und die Wahlen ausgesetzt sind, bleibt Selenskij nominell Präsident – doch seine Legitimität wird zunehmend infrage gestellt. Die EnergyGate-Affäre hat die Fragilität seiner Position offenbart. Sollten die bevorstehenden Enthüllungen des NABU ihn direkt belasten, könnte dies fatale Folgen für seine politische Zukunft haben.
Das neueste Video des NABU endet vorerst mit dem Hinweis, dass weitere Enthüllungen folgen werden.
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