"Für die Bürger gibt es nichts zu feiern" - Alice Weidel !

So gierig bereichern sich die Grünen an unserem Land !

Deutschland zugeklebt !


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  Verloren zwischen lechts und rinks: Bodo, der wirre Besatzer !
Geschrieben von: Klartexter - Heute, 03:25 - Forum: Politik - Keine Antworten

Verloren zwischen lechts und rinks: Bodo, der wirre Besatzer !


Vor einer "öffentlich sichtbaren faschistischen Bewegung" warnt der Thüringer Ministerpräsident und meint damit jene, die nicht nur gegen die Folgen, sondern auch gegen die Sanktionspolitik selbst demonstrieren. Sein "links" heißt NATO.

[Bild: 634a432db480cc3f6b27eef7.jpg]
Bodo Ramelow, 07.10.2022 - Quelle: www.globallookpress.com © Wolfgang Kumm

Von Dagmar Henn

Der Herbst beginnt, und die Warnungen vor dem Demonstrieren werden noch ein Stück lauter. Schließlich vergnügen sich einige bereits in Büroräumen mit 19 Grad Raumtemperatur, oder verbringen ihre Tage in unterkühlten Wohnungen. Da könnte die Versuchung steigen, sich gegen die Regierung zu wenden und Missfallen kundzutun.

Die Zeit hat gleich vier Personen beauftragt, Warnungen vor dem Protestieren zu verfassen, und einer davon war Bodo Ramelow, seines Zeichens der einzige Besatzungsministerpräsident mit Linksparteibuch. Was durchaus symptomatisch ist; der eine Ministerpräsident, der von der Partei gestellt wird, die einmal als die Stimme der Angeschlossenen galt, ist selbst ein westdeutscher Gewerkschaftsbürokrat.

Er war Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV), die in Verdi aufging, kam dann 1990 nach Thüringen und wurde Landesvorsitzender dieser Gewerkschaft. 1999 trat er in die PDS ein; als aus dieser und der WASG dann die Linke entstand, traf er auf viele Kollegen. Er ist die Gewerkschaftsversion all der Manager und Beamten, die damals "in den Osten" geschickt wurden, um dort die Führungspositionen zu übernehmen und alles auf Westlinie zu bringen.

Und er kann sein Fremdeln nicht verleugnen. "Die Situation ist sehr gefährlich," betont er, "es entsteht eine neue Pegida." Nein, mehr noch. "Die gezielten Aktivitäten der Freien Sachsen und Freien Thüringer im Schulterschluss mit der AfD von Herrn Höcke führen praktisch zur Bildung einer neuen öffentlich sichtbaren faschistischen Bewegung."

Man sieht schon, wie der brave westdeutsche Gymnasiallehrer, ukrainesolidarisch frierbereit, ins Mark erschrickt. Es war ja schon die ganze Zeit die Rede von den "Rechten", die da protestieren würden, aber das jetzt, das ist noch weit schlimmer. Eine faschistische Bewegung …

Alt wie das Gebirge, doch
Unternehmend immer noch.
Fährt die Dummheit mit im Zug,
lässt kein Auge vom Betrug.

Man möchte ihm zuschreien, aber ihr macht euch doch gerade selbst gemein mit wirklichen, blutbesudelten, nach Mord und Verwesung riechenden Faschisten, schickt ihnen Waffen und dreht den Menschen in Deutschland die Heizung ab, um ihnen zur Seite zu stehen. Aber das wäre nutzlos. Bodo, der Besatzer, teilt nicht nur den ganzen westdeutschen Dünkel gegenüber den Einwohnern des Anschlussgebietes; er ist ein gut dressierter Sozialdemokrat, der genau weiß, wo das Gehege der erlaubten Opposition endet, und der sich willig mit den zwei Zentimetern bescheidet, die noch zugestanden werden.

Ist er dumm genug, das nicht zu erkennen, was aus der Ukraine herübergeschwappt kommt? Dumm genug, nicht zu wissen, dass der wahre Motor von Pegida die koloniale Macht war, die die Westrepublik immer noch ausübt, deren Verkörperung er selbst ist? Weiß er nicht mehr, mit wem man sich gemein macht, wenn man sich an den Rockzipfel der Vereinigten Staaten hängt?

Es war der eigenartigste Dreh damals, nach dem Anschluss, den Menschen im Westen einzureden, die im Osten seien rechts oder hätten zumindest eine starke Neigung dazu. Dabei war es doch die BRD, die mit all den alten Nazis aufgebaut wurde, und selbst die ganzen Neonazistrukturen, die es in den 1990ern dort gab, wurden mit viel Geld und staatlich beauftragten Kräften aufgebaut. Was genau deshalb geschah, um die dortigen Traditionen zu exorzieren und gleichzeitig die West-Linke noch weiter von ihren Ursprüngen zu entfernen.

Die Art, wie der Westen den Osten übernahm, ausweidete und dann als Gerippe liegen ließ, ist immer noch ein nicht benanntes Verbrechen, und manchmal schwappt der Zorn darüber nach oben. Allerdings darf man das nicht Besetzung nennen, sondern muss tun, als wäre es eine Vereinigung gewesen, weshalb sich dieser Zorn nicht gegen die eigentlichen Besatzer richtet. Ramelow wäre einer, der das aussprechen könnte. Der die Wut hinter Pegida wieder in die richtigen Bahnen hätte lenken können. Aber er hat es nicht getan, und tut es auch heute nicht. Er handelt nach wie vor als Vertreter der westlichen Republik.

Es ist eine Kunst, die beim Aufstieg in der Gewerkschaftsbürokratie früh gelernt wird, nur das Genehmigte zu denken, die Fähigkeit zur Erkenntnis stählern einzuhegen, sodass das, was übrig bleibt, zwar aussieht wie ein Baum, aber doch nur ein Bonsai ist.

Hängend überm Wagenbord
Mit dem Arm fährt vor der Mord.
Wohlig räkelt sich das Vieh,
Singt: Sweet dream of liberty.

"Ich habe Verständnis für viele Sorgen", raunt der Herr auf seinem Sitz, "ich teile die Sorgen sogar." Und gibt dann vor, mit wem man demonstrieren darf – mit der Linken und mit den Gewerkschaften. Anders gesagt, mit all jenen, die nicht von den Sanktionen sprechen, nicht vom Verrat, nicht davon, dass hier eine Regierung der Feind ihres eigenen Volkes ist.

Es geht "jetzt um Psychologie", meint Bodo, "um Vertrauen in unser politisches System, das wir nicht verspielen dürfen". Man sieht den braven Gymnasiallehrer bedächtig nicken. Und sicher, Bodo hat allen Grund, von "unserem", von seinem politischen System zu reden.

Aber es ist keine Frage der Psychologie. Keine der Moral, sondern eine des Fressens, das bekanntlich zuerst kommt. Und es ist ein Segen, dass wenigstens in einem Teil dieser Republik noch Menschen leben, die sich nicht einlullen lassen, von "das müsse so sein, weil man der Ukraine gegen die bösen Russen helfen müsse".

"Wir brauchen verlässliche Hilfe, die ganz schnell ankommt beim Einzelnen." Das ist so weit ab vom Schuss, so weit von den wirklichen Problemen, deren Berg von Tag zu Tag weiter anwächst, dass man schon fast versucht ist, Mitleid zu empfinden. Für diejenigen, die einen Waldbrand mit einem Wasserglas löschen wollen. Wenn da nicht diese Verachtung wäre, die aus jeder Zeile tropft.

Zittrig noch vom gestrigen Schock
Fährt der Raub dann auf im Rock.
Eines Junkers Feldmarschall
Auf dem Schoß einen Erdball.

Es gibt einen weiteren Autor, den die Zeit bemüht hat, der erkennen lässt, was ganz unten, als unterste Schicht mitschwingt, bei der Verachtung für die "Ostdeutschen", die immer noch hält, selbst wenn man sich klaglos vom großen Bruder die Pipeline wegbomben lässt. "Müsste die Haltung der Ostdeutschen nach 40 Jahren sowjetischer Fremdherrschaft nicht weitaus russlandkritischer ausfallen als die der Westdeutschen?" Natürlich ist diese Frage absurd, gerade heute; niemand ist jemals tiefer gekrochen als die gegenwärtige Bundesregierung. In Wirklichkeit ist das die Sprache des Haussklaven. Mein Herrchen ist wenigstens der größte Räuber.

Der Wunsch nach einem friedlichen Zusammenleben der Völker ist schon so weit in den Hintergrund geschoben worden, dass es tatsächlich möglich ist, es Menschen zum Vorwurf zu machen, wenn sie ein normales Verhältnis zu Russland und seinen Menschen wünschen. Schlimmer noch, die Bilder, die genutzt werden, um gegen Russland zu mobilisieren, sind die altvertrauten, und jenen, die es in den Jahrzehnten dazwischen geschafft haben, die Nazipropaganda wirklich hinter sich zu lassen, wird das vorgehalten wie ein Verbrechen. Dabei ist es tatsächlich die Blindheit gegenüber dem wirklichen Charakter der Macht in den Vereinigten Staaten, die das Land in ganz reales Elend stürzt.

Wenn man die Augen nur fest genug schließt, kann man so tun, als wäre da nichts. Als ginge es wirklich nur darum, ein bisschen Geld zu verteilen, um ein paar kleine Härten wegen höherer Gasrechnungen abzufangen. Als ginge es nicht längst um die ökonomische Existenzgrundlage, als fände da nicht gerade ein völliger Zusammenbruch statt, gerade noch hinausgezögert von der Einbildung, der Westen könne seine Vormacht noch einmal retten, und sei es nuklear. Als hätten die abscheulichen Truppen, die man in der Ukraine stützt, nicht belegt, dass sich die Herrschenden mit dem Teufel selbst einließen, dass nichts zu widerlich, nichts zu riskant ist.

Funktionäre bundesdeutscher Gewerkschaften, wie Ramelow einer war, haben eine zentrale Funktion: nämlich dafür zu sorgen, dass die Beschäftigten bescheiden mehr Brot fordern, aber nicht an Land und Frieden denken. Es ist sein Elend, dass es über kurz oder lang schon für das Brot den Frieden braucht.

Und ein Wind aus den Ruinen
Singt die Totenmesse ihnen
die dereinst gesessen hatten
Hier in Häusern. Große Ratten

Schlüpfen aus gestürzten Gassen
Folgend diesem Zug in Massen.
Hoch die Freiheit, piepsen sie,
Freiheit und Democracy!

Brecht schrieb das Gedicht, aus dem ich zitiere, 1947. Damals war schon in Ansätzen zu erkennen, dass die Westmächte, voran die USA, die Nazieliten retten und wieder an die Macht bringen wollten. "Freiheit und Democracy" ist die Losung, unter der sich im Verlauf dieses Gedichtes ein Teil dieser Eliten nach dem anderen der US-Vormacht unterwirft. Und jetzt? Ist es, als würde sich dieser Prozess umkehren; oben drüber hängt immer noch das Schild, "Freiheit und Democracy", aber darunter schälen sich wieder die schwarzen Uniformen aus den Geschäftsanzügen, und die Lautsprecherwagen der Love Parade verwandeln sich in Panzer.

Es ist der wahre Kern der westlichen Republik, der sich mit den ukrainischen Faschisten verbrüdert, der sich freudig einen Feind im Osten servieren lässt. Bodo, der Besatzer, leidet unter dem tiefen Misstrauen, das jeder Kolonialherr den Kolonisierten entgegenbringt; er sieht die Faschisten auf der falschen Seite der Gleichung. Ob er nun, treu der alten BRD und ihren Herren verbunden, die Falle aufstellt oder selbst in sie tappt, das Ergebnis ist das Gleiche, eine Wiederholung der Inszenierung der 1990er, nur in einer viel kritischeren Lage. Damals wurde auf kleine Häufchen junger Männer mit Bomberjacken gewiesen, die zur Bedrohung stilisiert wurden, während ehemalige SS-Offiziere die Universitäten im Osten von Kommunisten säuberten. Heute müht sich eine grünbraune Truppe, in Nibelungentreue zum stürzenden Hegemon, den Krieg in der Ukraine zu befeuern und Deutschland zugrunde zu richten. Und Ramelow gibt ihren willigen Büttel und denunziert alles, was sich noch zu wehren wagt.

Mehr zum Thema - Massenproteste in Deutschland und der geheuchelte Antifaschismus staatlich vereinnahmter "Linker"


Quelle: https://rtde.live/meinung/151516-bodo-be...echts-und/

Anm. Mike: "Zumal Ramelow auf seinem Ministerposten gar nichts verloren hat. Auf diesen Sessel gehört Thomas Kemmerich,welcher demokratisch gewählt wurde und dann unter Druck gesetzt wurde,zurückzutreten.Merkel hatte die demokratische Wahl "rückgängig" gemacht um direkt wieder Ramelow ungewählt ins Amt zu hieven.
Hier mehr dazu:

Angriffe auf Familie von FDP-Politiker Kemmerich

Nach Kemmerich-Wahl: Bodo Ramelow teilt gegen FDP aus und zitiert Adolf Hitler

Nach Kemmerich-Rücktritt in Thüringen: Erst Ramelow küren, dann Neuwahlen – warum gleich beides?

Merkel zur Thüringen-Wahl: „Das Ergebnis muss rückgängig gemacht werden“

Karlsruhe beanstandet Merkel-Äußerungen zur Thüringen-Wahl 2020

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  Menschengemachter Klimawandel: Das muss doch nicht wahr sein !
Geschrieben von: Klartexter - Gestern, 06:00 - Forum: Wissenschaft - Keine Antworten

Menschengemachter Klimawandel: Das muss doch nicht wahr sein !


Dies ist der Versuch, den Unterschied zwischen Klimatologie und Klimawissenschaft im Ansatz zu skizzieren. Es ist darüber hinaus der Versuch, die emotional aufgeheizten Debatten um den menschengemachten Klimawandel unaufgeregt zu betrachten und auf Plausibilität zu überprüfen.

[Bild: 63828b45b480cc1815498555.jpg]
Symbolbild - © Alexander Pohl / www.imago-images.de

Von Tom J. Wellbrock

Vorbemerkung: Dem Autor ist klar, dass er sich auf dünnes Eis begibt. Denn von den zahlreichen Narrativen, die nicht hinterfragt oder gar kritisiert werden dürfen, ist die Erzählung über den Klimawandel wohl die standhafteste. Wer CO₂ nicht als tödlichen Klimakiller versteht, versteht kurze Zeit später die Welt nicht mehr. Weil er am Nasenring durch sämtliche politische und mediale Manegen geführt wird. Eine giftige Entwicklung, und das ganz ohne CO₂.

Entstanden ist die Idee zu diesem Text aus reiner Neugierde. Ich wollte die Argumente derer kennenlernen, die behaupten, eine menschengemachte Klimakrise gebe es nicht, oder aber, dass die aktuellen Klimaveränderungen natürliche Ursachen haben. Der Begriff "Klimaleugner" ist an sich schon unzutreffend, denn bei meiner Recherche habe ich niemanden gefunden, der leugnet, dass es Klima gibt. Damit beginnt übrigens auch schon eines der grundlegenden Probleme, denn wer als "Leugner" bezeichnet wird, wird sich mit einer sachlichen Argumentation vermutlich nicht durchsetzen können.

Die Argumente der sogenannten "Klimaleugner" sind keineswegs trivial. Sicher gibt es Leute, die ohne argumentative Unterfütterung einfach behaupten, es gebe keinen Klimawandel, und schon gar keinen menschengemachten. Diese im luftleeren Raum befindliche Behauptung reicht natürlich für eine pragmatische Diskussion nicht aus. Es gibt aber auf der anderen Seite eine ganze Menge Leute, die vor dem Klimawandel warnen und ihre Argumente aus dem Baukastensystem entsprechender Medien haben. Auch hier ist eine zielführende Diskussion nur schwer möglich.

Wenn ich mit diesem Text ein wenig Neugierde erzeugen kann, ist alles erreicht, was ich erreichen wollte. Wenn ich wütende Anfeindungen erlebe (womit ich fest rechne), ist das zwar nicht mein Wunsch, aber wenn daraus so etwas wie ein Austausch von Argumenten entsteht, bin ich dennoch zufrieden. In diesem Sinne: Viel Spaß und im besten Fall viel Neugierde!

Klimatologen haben viel zu sagen, werden aber weniger wahrgenommen als Klimawissenschaftler, die in aller Munde sind. Der Unterschied der beiden Fachgruppen lässt sich in etwa so zusammenfassen: Die Klimatologie misst, die Klimawissenschaft modelliert.

Dieser Unterschied ist von Bedeutung, denn modellieren kann man, wie es einem gefällt. In der Hochzeit der Corona-Episode wurden uns Modellrechnungen um die Ohren gehauen, bis Graf Zahl kam. Dagegen ist nichts einzuwenden, solange die Modelle als das betrachtet werden, was sie sind: Schätzungen, Vermutungen, Ratespiele.

Das Messen folgt einem anderen Prinzip. Hier liegen eindeutige Daten vor (wenngleich die Folgerungen das nicht zwingend sind), mit denen man arbeiten kann. Die Klimatologie betrachtet sehr lange Zeiträume und vergleicht die unterschiedlichen Ergebnisse miteinander. Im Vergleich dazu ist die moderne Klimawissenschaft nicht mehr als eine Wettervorhersage über die nächsten beiden Tage. Und selbst bei dieser Vorhersage gibt es immer wieder Pannen, weil das Wetter eigenwillig ist und sich auch mal ändert, obwohl uns der "Wetterfrosch" im Fernsehen etwas ganz anderes erzählt hat.

Die Klimawissenschaft hat entschieden, dass das derzeit größte Menschheitsproblem die Zunahme von CO₂ ist. CO₂ nimmt demnach Einfluss auf die Durchschnittstemperatur auf der Erde, was bei ansteigenden Temperaturen zu einem höheren Meeresspiegel folgt, zu weltweitem Hunger wegen Trockenheit und Extremwetter, und hätten wir diese gravierenden Probleme nicht, wäre das Ahrtal heute noch immer ein idyllischer Ort mit zufriedenen Menschen. Soweit zur Theorie.

"Klimawandel gab es schon immer"

Wer so etwas Unerhörtes sagt, ist schneller "Klimaleugner", als ein Lämmlein mit dem Schwanz wedeln kann. Logisch ist das nicht, denn wer behauptet, es gebe schon immer Wandel beim Klima, kann es schlecht leugnen. Ihm wird jedoch etwas anderes vorgeworfen: die Leugnung der "Klimakatastrophe". Denn die ist menschengemacht, muss menschengemacht sein. Die Klimawissenschaftler sagen das, und mit ihnen im Chor Politiker, Journalisten und die, deren Job es ist, den Klimawissenschaftlern zuzuarbeiten. Das aber nur am Rande.

Wo ist das Problem?

Unser Problem, so wird uns weisgemacht, ist also die Erderwärmung. Sie führt uns, wenn wir nicht umsteuern, geradewegs auf den Abgrund zu. Weil – ausgehend von der Durchschnittstemperatur auf Erden – es also immer wärmer wird, stecken wir in der Klemme. Und die Schuld tragen wir selbst, denn wenn wir bloß diese Sache mit dem CO₂ in den Griff kriegen würden, wäre alles bestens.

Aber lassen wir dieses Teufelszeug CO₂ für diesen Moment erst einmal außen vor und sprechen über die globale Erderwärmung, die es schon mehrmals gab und die ein paar Jahre zurückliegt. Im Jahr 4500 vor Christus war es deutlich wärmer als heute. Nehmen wir die Durchschnittstemperatur von 15 Grad Celsius zum Maßstab (was eigentlich nicht ganz seriös ist, aber belassen wir es dabei), lagen wir damals bei ungefähr 16 Grad Celsius. Danach wurde es wieder kühler, um 2500 vor Christus erneut milder zu werden. So ging es im Wechsel weiter, und wenn das Klima nicht gestorben ist, so pendelt es noch heute.

In diesem Artikel soll vom Klima die Rede sein, das Wetter wird dabei ausgeklammert, auch wenn es letztlich eine Dokumentation des Klimas ist. Trotzdem ein kurzer Hinweis zum sogenannten Extremwetter. In der täglichen Erzählung heißt es, dass wir nie heißere Sommer hatten als heute, dass die weltweiten Dürren auf den Klimawandel hinweisen. Das kann man so sehen, muss man aber nicht. Allein zwischen 1900 und 2000 gab es zahlreiche heiße Sommer, aber etwa ebenso viele eher kühle Sommer. Hervorzuheben sind in dieser Liste die extrem heißen Sommer in Italien im Jahr 79 nach Christus, eine viermonatige Dürre 1473, als man problemlos die Donau zu Fuß überqueren konnte, und in Zürich regnete es 1540 im heißen Sommer zwischen dem 28. Februar und dem 19. September lediglich viermal. Aber zurück zum Klima.

CO₂ und der Temperaturanstieg: Hand in Hand?

Zwischen 1977 bis 2000 wurde uns der einzig wahre "Beweis" dafür präsentiert, dass der Anstieg von CO₂ und die Erderwärmung miteinander zusammenhängen. Denn in diesem Zeitfenster stieg tatsächlich beides an, nahezu parallel sogar. Doch den "q.e.d.-Stempel" sollte man nicht voreilig herausholen und benutzen.

Denn nimmt man die Zeiträume 1960 bis 1977 und 2000 bis 2015, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Die Temperaturen stiegen an, fielen ab, stiegen wieder und sanken erneut. Das CO₂ kümmerte das aber wenig, es setzte seine Fahrt nach oben weiter fort. Nun lebte der Mensch aber zwischen 1977 und 2000 nicht anders als vorher oder nachher, man könnte daher auf die Idee kommen, dass der Anstieg des CO₂ womöglich doch nicht mit dem Temperaturanstieg zusammenhängt.

Und dann war da ja noch Corona. Wer diesem Virus etwas Positives abgewinnen wollte, konnte sich darüber freuen, dass durch Lockdowns, unterbrochene Lieferketten und geringere Produktionsmengen in der Industrie der Anstieg von CO₂ gebremst werden würde. Doch Corona – ohnehin ein eher humorloses Virus – verstand auch hier keinen Spaß. Es hielt sich aus der Angelegenheit CO₂ raus. Oder, anders ausgedrückt: Der "Klimakiller" setzte seinen Weg fort und vermehrte sich einfach weiter.

Man kann auch weiter zurückgehen und den Zeitraum von 1860 bis heute betrachten. Immer wieder stiegen die Temperaturen an, dann gingen sie zurück, stiegen an und so weiter. Der Anstieg von CO₂ blieb aber auch in diesem Zeitfenster (mit Ausschlägen) konstant, die Kurve zeigte nach oben. Das ist nicht nett und entlarvt die Parallelität zwischen 1977 und 2000 als Scheinkorrelation, wie sie im Buche steht.

Doch der eigentliche Punkt ist ein anderer: In der allgemein anerkannten Erzählung heißt es, dass die Temperaturanstiege den Anstiegen des CO₂ folgen. Tatsächlich haben aber Messungen, Beobachtungen und Berechnungen gezeigt, dass es umgekehrt ist, der CO₂-Anstieg also dem der Temperatur folgt. Damit ist zum einen die gängige Erzählung hinfällig. Und zweitens trotzdem noch nicht geklärt, ob es zwischen beiden Anstiegen einen Kausalzusammenhang gibt.

Der Weltklimarat hat gesprochen

Alle hören auf den Weltklimarat, offiziell: Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Er hilft uns weiter, wenn wir wissen wollen, was gegen den Klimawandel unternommen werden muss. Die deutsche Koordinierungsstelle schreibt zur Arbeit der UN-Institution:

"Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) – oft als 'Weltklimarat' bezeichnet – ist eine Institution der Vereinten Nationen. In seinem Auftrag tragen Fachleute weltweit regelmäßig den aktuellen Kenntnisstand zum Klimawandel zusammen und bewerten ihn aus wissenschaftlicher Sicht. Der IPCC bietet Grundlagen für wissenschaftsbasierte politische Entscheidungen, indem er unterschiedliche Handlungsoptionen und deren Implikationen aufzeigt, ohne jedoch konkrete Lösungswege vorzuschlagen oder Handlungsempfehlungen zu geben."

Das ist schon ein ganz kleines bisschen verklärend. Denn selbstverständlich beruft sich die Politik auf die Einschätzungen des IPCC. Und auch wenn der Weltklimarat schreibt, er gebe keine Handlungsempfehlungen, bietet er doch die Grundlagen dafür, wie aus dem ersten Teil des Satzes hervorgeht. Eine Empfehlung des IPCC aus dem Jahre 2001 sollte man kennen. Sie stammt aus dem "Third Assessment Report", Sektion 14.2.2.2. und ist auf der Seite 774 zu finden:

"In der Klimaforschung und -modellierung sollten wir erkennen, dass es sich um ein gekoppeltes, nicht lineares chaotisches System handelt. Deswegen sind längerfristige Vorhersagen über die Klimaentwicklung nicht möglich."

Nicht möglich? Wie ist das möglich? Wir lesen und hören doch täglich, wie sich die nächsten 20 oder 30 Jahre entwickeln werden. Stimmt das womöglich gar nicht? Nun, nur bis zu einem gewissen Punkt. Modellrechnungen können durchaus richtig liegen, und gar nicht so selten tun sie das auch. Aber es dürfte nur schwer möglich sein zu widersprechen, wenn man behauptet, dass die Trefferquote bei einem nicht linearen chaotischen System eher gering ausfallen wird.

Ebenfalls sehr interessant ist die Tatsache, dass inzwischen mehr über die Kalt- und Warmzeiten bekannt ist. So steht fest, dass sowohl die Kalt- als auch die Warmzeiten auf der Erde einen gewissen Wert nicht über- bzw. unterschritten haben. Es gab also immer einen Kipppunkt, an dem die Temperatur nicht weiter stieg oder sank. Lange war unklar, woher das kommt. Inzwischen ist aber bekannt, dass die Geometrie der Erdbahn um die Sonne Einfluss nimmt. Ein Professor vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel nannte das das "Eiern der Erdrotation um die eigene Achse".

Fazit

Nach meinem jetzigen Erkenntnisstand neige ich zu der Aussage, dass es einen durch den Menschen begleiteten Klimawandel gibt. Das heißt, dass die natürlichen Schwankungen des Klimas zusätzlich durch menschliches Zutun beeinflusst werden. Die große Frage ist die, wie viel genau der Mensch tatsächlich zu verantworten hat. Die Behauptung, der Mensch habe auf den Wechsel des Klimas keinen Einfluss, erscheint nicht nachvollziehbar, da wir es sind, die zahlreiche Stoffe in die Atmosphäre blasen, die aller Wahrscheinlichkeit auch Einfluss auf Veränderungen des Klimas haben. Wie groß die Rolle ist, die wir spielen, ist also am Ende die Frage, der sich die anschließt, was in unserer Macht steht, um den menschlichen (negativen) Einfluss zu reduzieren. Allerdings muss davon ausgegangen werden, dass selbst im optimalen Falle der erfolgreichen und maximalen Reduzierung des menschlichen Einflusses auf das Klima der natürliche Klimawandel dadurch nicht beendet werden kann. Wohin sich also die Temperaturen künftig entwickeln, hängt von unzähligen Faktoren ab. Einer davon ist der sich Sicherheit und Kontinuität wünschende Mensch, aber ganz sicher nicht der entscheidende.

Bei all den Debatten um die Klimaschwankungen und die Frage, welchen Anteil der Mensch daran hat, scheint mir aber Etliches unterzugehen. Allein zwischen 1970 und 2016 ist der Bestand von 21.000 Tierarten um 68 Prozent zurückgegangen. Täglich sterben bis zu 130 Tierarten einfach aus. Forscher beschreiben die Reduzierung bzw. das Aussterben von Tieren und Tierarten als eines der größten ökologischen Probleme, die es zu lösen gilt. Noch vor dem Klimaschutz.

Exzessive Forst- und Landwirtschaft belasten die Natur ebenfalls um einen schmerzhaften Anteil. Mit dem Ausbreiten der Zivilisation und deren Hunger nach allem, was sich ausbeuten lässt, werden Flora und Fauna täglich weiter zurückgedrängt. In den letzten rund 50 Jahren hat sich der Nahrungsbedarf der Menschheit verdoppelt, der Verbrauch an Rohstoffen hat sich um 40 Prozent gesteigert und wir hinterlassen zehnmal so viel Plastik wie vor 40 Jahren. Chemikalien und Schwermetalle beeinträchtigen sowohl die Tier- als auch die Pflanzenwelt in höchstem Maße, und die Liste ließe sich bis beinahe ins Unendliche fortsetzen.

Genannt seien hier auch Produktionsweisen, die auf Verschleiß und Neuanschaffung setzen, statt durchaus mögliche Versuche zu unternehmen, nachhaltig herzustellen und vor allem auf langfristige Funktionsfähigkeit zu setzen. Und nicht zuletzt müssen die weltweiten Kriege in ein Verhältnis zur vermeintlichen Klimarettung gesetzt werden. Sie führen zu gravierenden Schäden von Umwelt und Natur, und einem stabilen Klima dienen sie ebenfalls nicht.

Und so bleibt mir am Ende ein flaues Gefühl im Magen. Statt heute etwas zu tun, das praktisch sofort positive Auswirkungen auf die Natur haben könnte, wird mit Modellrechnungen und Szenarien gearbeitet, die in einer Zukunft von 20, 30 oder 50 Jahren liegen. Da jedoch solche Zeiträume unmöglich seriös vorhergesagt werden können, kann das Interesse daran nur in der Erzeugung von Angst liegen, die die Menschen zu einem bestimmten gewünschten Verhalten führen soll.

Womöglich stimmt es, womöglich sind wir in 20, 30 oder 50 Jahren in einer Mangelsituation, mit zu hohen Temperaturen und Extremwetter. Doch heute deutet nichts darauf hin, dass daran ernsthaft etwas geändert wird. Weltklimakonferenzen sind nicht mehr als Lippenbekenntnisse, und mittlerweile bleiben sogar die weitgehend aus. Doch wenn die Politik die "Klimakatastrophe" für so wichtig und existenziell bedrohlich hält, wäre es naheliegend, zunächst alles, was der Umwelt schadet (zu der das Klima ja gehört), zu beenden, beginnend bei den weltweiten Kriegen, die womöglich durch Diplomatie, Handel, Wirtschaftshilfen und die Akzeptanz der Grenzen anderer Länder befriedet werden könnten.

Doch wenn man sich die Spannungen auf der ganzen Welt ansieht, muss man zum Schluss kommen, dass der Mensch nicht reif zu sein scheint für Frieden und Kooperation. Die Struktur des Menschen ist auf Konfrontation angelegt, auf Ausbeutung, Überlegenheit, Macht und natürlich Reichtum, der nach Kräften vermehrt werden muss, koste es, was es wolle. Gut möglich, dass wir Menschen früher einmal anders waren, doch Stand jetzt kann man nur zum Schluss kommen, dass der Krieg dem Menschen als Eigenschaft innewohnt.

Ein erfolgreicher Kampf gegen Klimaschwankungen und für den Erhalt oder die Wiederherstellung der unzähligen Umweltschäden würde ein grundlegend friedvolles Engagement verlangen. Das aber kann derzeit nicht als gegeben betrachtet werden. Und somit wird das, was die Leute von "Letzte Generation" befürchten, wahrscheinlich tatsächlich den Tatsachen entsprechen: Krieg. Möglich, dass dieser heute befürchtete und prophezeite Krieg um Nahrungsmittel und Wasser in 50 Jahren ausgefochten wird. Doch bis es so weit ist, haben wir noch jede Menge Zeit für all die anderen Kriege, die uns auf dem Weg zur Apokalypse begleiten.

Schlussbemerkung: Ich habe für diesen Text zahlreiche Quellen benutzt, von denen ich annehme, dass sie seriös sind. Dennoch verzichte ich in diesem Fall auf Quellenangaben. Der Grund: Wir leben in einer Zeit, in der eine Quelle prinzipiell in Zweifel gezogen wird, wenn sie "nicht genehm" ist oder sich auf Personen bezieht, die in eine bestimmte Ecke ("Verschwörungstheoretiker" u. Ä.) gestellt wurden. Um also die Informationen dieses Textes zu überprüfen, muss man sich selbst an die Arbeit machen, alles ist im Netz gut auffindbar.

Tom J. Wellbrock ist Journalist, Sprecher, Texter, Radiomoderator und Mitherausgeber des Blogs Neulandrebellen.

Mehr zum Thema - BER-Blockade: Politische Reaktionen auf die jüngste Provokation der "Klimaaktivisten"


Quelle: https://pressefreiheit.rtde.live/meinung...och-nicht/

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  Björn Höcke: Opposition ist nichts für schwache Nerven !
Geschrieben von: Klartexter - 27.11.2022, 22:11 - Forum: Politik - Keine Antworten

Björn Höcke: Opposition ist nichts für schwache Nerven !


[Bild: opposition-696x490.jpg]
Weiß, wovon er spricht - Björn Höcke.

Von BJÖRN HÖCKE* | Als die AfD vor nun fast zehn Jahren auf der politischen Bühne erschien, ahnte noch niemand, wie sehr das das Altparteienkartell erschüttern würde. Aber auch wir, die wir von der ersten Stunde an diesem Aufbruch mitgewirkt haben, konnten nicht wirklich abschätzen, wie stark diese Entscheidung in unser Privatleben eingreifen würde. Viele beteiligten sich mit schier grenzenlosem Idealismus an diesem Projekt unter der Annahme, es sei in einer Demokratie ein ganz gewöhnlicher Prozeß, daß sich eine neue Partei gründet, in ein Vertretungsvakuum hineinstößt und sich dem Votum der Wähler stellt, mit dem Ziel bei genügend Zuspruch mitgestalten zu dürfen.

Mancher dachte wohl naiv, wenn er — als renommierte Professor oder ehrwürdiger General — sich um ein politisches Amt bewerbe, daß die anderen nur darauf gewartet hätten: Jene Berufspolitiker, die sich gerade so schön in der Macht eingenistet und den Staat zur Beute ihrer Parteien gemacht hatten. Natürlich verteidigen sie bis heute verbissen ihre Pfründe. Und wie wir nun erleben, ist ihnen dafür jedes Mittel recht.

Allein unsere Existenz ist für sie schon eine Kampfansage. Als Herausforderer kann man nicht feige sein und um die Gunst derer betteln, die zu verdrängen man doch angetreten ist. Denn das ist doch unser Anspruch und muß unser Anspruch bleiben! Wenn dazu der Mut fehlt, verkommt man zur Witzfigur.

Viele schwächere Gemüter sind an der alltäglichen Konfrontation, die uns in allen Lebensbereichen entgegenschlägt, gescheitert. Das kann man auch niemandem vorwerfen. Aber einige glauben noch immer, sie könnten doch akzeptiert werden, wenn sie nur brav über jedes Stöckchen springen, das ihnen der Gegner hinhält…
Nach den vielfältigen Erfahrungen einer Dekade ist das Festhalten an dieser Wunschvorstellung nicht mehr rational nachvollziehbar.

Für uns, die wir diesen Weg eingeschlagen haben, ist das eine Reise ohne Rückfahrschein. Ich war als Lehrer unter Kollegen angesehen, wurde von den Schülern und Eltern geschätzt. Aber glaubt jemand noch ernsthaft, daß mir der Rückweg – trotz des gesetzlichen Anspruchs – in den Schuldienst noch offensteht? Welche Schulleitung will sich das antun? Man sieht meinen Dienstwagen — aber ist man sich auch der Tatsache bewußt, daß jemand wie ich kein Privatleben mehr hat und sich nicht mehr ohne Personenschützer in einen Supermarkt wagen kann? Tatsächlich erlebe ich in Thüringen sehr viel herzlichen Zuspruch, wenn mich Bürger sehen. Doch es gibt eben auch die anderen, die sich von der Dauerberieselung der Medien unkritisch beeinflussen lassen. Manche schrecken nicht einmal mehr vor Morddrohungen zurück.

Aber das ist der Weg, den ich gewählt habe und ich bin stolz darauf, daß ihn viele mit mir gehen, die sich in der Öffentlichkeit für Meinungsfreiheit und den Erhalt unserer Heimat einsetzen. Denn wir wissen: Wenn wir anderen Mut machen und selbst standhalten, stumpfen die Waffen unserer Gegner ab. Deswegen sind Aufrichtigkeit, Beharrlichkeit und ein fester politischer Kompaß die wichtigsten Eigenschaften des Oppositionellen. Für uns, die wir im grellen Scheinwerferlicht stehen — und jeden Einzelnen im Alltag.

*Im Original erschienen auf dem Telegramkanal von Björn Höcke

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  Geburtswehen einer neuen Welt !
Geschrieben von: Klartexter - 27.11.2022, 02:58 - Forum: Politik - Keine Antworten

Geburtswehen einer neuen Welt !

Aus dem Vorgehen des Westens gegenüber Russland und China entsteht der Eindruck, dass ihm gar nicht mehr bewusst ist, worum es bei seinem Handeln überhaupt noch geht. Was will er erreichen, was gewinnen? Und wohin wird das alles führen?

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Von Rüdiger Rauls

Neue und alte Welten

Der Begriff der Neuen Welt steht gemeinhin für das von Columbus entdeckte Amerika. Es verdankte seine Entdeckung einem Zufall. Die neue Welt, deren Geburt wir seit einigen Jahren erleben, entsteht im Gegensatz dazu nicht aus Zufall. Sie ist das Ergebnis menschlichen Ringens um ein besseres Leben, aber nicht wie bisher für eine Minderheit, die Putin als die Goldene Milliarde bezeichnet, sondern für alle.

Mit der Entdeckung der Neuen Welt durch Columbus war auch eine neue Ära der menschlichen Entwicklung angebrochen. Der Kapitalismus wurde weltumspannend. Wenn seine herrschende Klasse, das Bürgertum, auch die politische Macht noch nicht erobert hatte, so gewann er doch als Wirtschaftssystem allmählich die Oberhoheit. Das Feudalsystem des Adels dagegen wurde als Wirtschaftsfaktor gesellschaftlich immer unbedeutender. Die Kolonien als ehemaliger Landbesitz der europäischen Königshäuser wandelten sich zu kapitalistischen Märkten.

Diese ehemals Neue Welt ist heute die alte, die überholte. Sie wurde über Jahrhunderte beherrscht von den führenden kapitalistischen Staaten Europas und deren angelsächsischen Nachfolgestaaten (USA, Australien, Neuseeland, Kanada u.a.). Aufgrund ihrer wirtschaftlichen und militärischen Überlegenheit übten sie ihre Kolonialherrschaft über die meisten Völker der Welt aus. Diese Form der Herrschaft zerbrach in den Unabhängigkeitskriegen nach dem Zweiten Weltkrieg. Aber die wirtschaftliche Macht über die Welt lag noch immer in ihren Händen.

Diese alte Welt büßt aber durch das Wiedererstarken Russlands sowie den Aufstieg Chinas und anderer Nationen wie Vietnam zunehmend auch ihre wirtschaftliche Macht ein. Die militärischen Niederlagen des Westens, besonders der USA in Südostasien, machten deutlich, dass diese Entwicklung mit kriegerischen Mitteln nicht aufzuhalten war. Die westlichen Staaten wandelten sich vom Saulus des militärischen Kampfes gegen den Kommunismus zum Paulus der Werteorientierung. Als westliche Wertegemeinschaft will man nun durch Sanktionen den drohenden Machtverlust aufhalten. Diese sind zwar billiger als Kriege, schwächen aber zunehmend die eigene Wirtschaft.

Was wir derzeit miterleben, ist der Zerfall dieser westlichen Wertegemeinschaft und ihres Konzepts, durch wirtschaftlichen und moralischen Druck weiterhin die eigene Macht über die Völker der Welt aufrechtzuerhalten. Die westliche Wertegemeinschaft zerbricht nicht durch Russlands Krieg in der Ukraine. Sie zerfällt auch nicht durch Chinas Vordringen auf fast allen Kontinenten und in fast allen Bereichen von Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung. Sie zerbricht an ihren eigenen Widersprüchen.

Immer mehr Menschen, Völker und Gesellschaften erkennen den Widerspruch zwischen den moralischen Ansprüchen, die der "Wertewesten" wie eine Monstranz vor sich her trägt, und seinem tatsächlichen Handeln. Diese alte westliche Welt ist dem Drängen der Völker, die sich über Jahrzehnte aus der Kolonialherrschaft befreiten, nicht mehr gewachsen. Diese Völker wollen nach der schwer erkämpften nationalen Unabhängigkeit nun auch ihre wirtschaftliche verwirklichen.

Sie wollen nicht mehr abhängig sein von den Entscheidungen westlicher Investoren. Sie wollen auch nicht mehr gemaßregelt werden von den schwankenden Moralvorstellungen westlicher Politiker, die nach zweierlei Maß messen und mit Sanktionen drangsalieren, wer nicht nach ihrer Pfeife tanzt. Die Menschen dieser Gesellschaften wollen ihr Leben nach ihren Bedürfnissen, Erfahrungen und Grundsätzen gestalten. Und für dieses Drängen scheint die Zeit gekommen.

Was will der Westen?

Nun ist es das eine, den Aufstieg von Mächten zu behindern, etwas anderes aber, selbst einen hoffnungsvollen Ausblick für die Weltgemeinschaft anbieten zu können. Das ist im Handeln des Westens nicht zu erkennen. Er kann den aufstrebenden Völkern der Welt nichts mehr anbieten, was deren Drängen nach einem besseren Leben gerecht wird. Da er für die Gestaltung der Zukunft keine Vorschläge hat, geht es ihm vornehmlich darum, den derzeitigen Zustand zu erhalten. Damit verliert er aber seine gestaltende Kraft. Das unterscheidet ihn von China und jenen Staaten, die sich Chinas Ideen und Angeboten zur Gestaltung der Zukunft anschließen. Und diese werden immer mehr.

In den aktuellen globalen Konflikten ist nicht erkennbar, worum es dem Westen geht außer der Behinderung eines Fortschritts, der nicht seinen Vorstellungen entspricht. Der von ihm beschworene Kampf zwischen Demokratie und Autokratie ist fadenscheinig. Während die westliche Wertegemeinschaft Russland und China bekämpft, weil sie sie als Gesellschaften sieht, die die Menschenrechte missachten, läuft er Staaten wie Saudi-Arabien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Aserbaidschan hinterher, um das Öl und Gas zu bekommen, das er von Russland aus politischen Gründen nicht mehr haben will.

Worin aber der Unterschied zwischen den von ihm Bekämpften und Umworbenen bestehen soll, kann nicht mehr dargestellt werden. Noch weniger kann begründet werden, wieso die einen weniger menschenverachtend sein sollen als die anderen. Während man China verurteilt wegen der Alleinherrschaft seiner kommunistischen Partei über die chinesische Gesellschaft, will man andererseits Vietnam als neuen bevorzugten Partner gewinnen für deutsche Investitionen und Lieferketten, obwohl dessen Gesellschaft ebenso von einer kommunistischen Partei geleitet wird.

Durch dieses widersprüchliche Verhalten entsteht der Eindruck, dass die Meinungsmacher aus Politik und Medien selbst nicht mehr wissen, worum es ihnen in den Konflikten mit Russland und China geht. Die Konfrontation hat sich inzwischen so sehr verselbständigt, dass er Teil westlicher DNA geworden zu sein scheint. Erklärbar ist das alles nicht mehr. Und je weniger man das eigene Verhalten erklären kann, umso mehr wird das Thema zum Tabu.

Eine gesellschaftliche Debatte dazu findet kaum noch statt und wenn, dann in den eigenen Echokammern der Meinungsmacher auf der Ebene der Vermutungen, der unbewiesenen Behauptungen, der intellektuell schwachen und fadenscheinigen Rückschlüsse. Eine tiefer gehende, nach Erkenntnis suchende kontroverse Diskussion wird vermieden aus Angst vor einer schrecklichen Offenbarung: Die eigenen Sichtweisen sind mit der Wirklichkeit nicht mehr vereinbar. Sie sind dürftig und haben keine Überzeugungskraft.

Ausweglos

So hat sich der Westen, hier besonders die Europäische Union (EU), durch dieses Tabu in eine schwierige Lage hineinmanövriert. Daraus scheint es derzeit keinen anderen Ausweg zu geben als der Zusammenbruch eines der am Konflikt beteiligten Lager: Russland auf der einen Seite und die Ukraine auf der anderen als Stellvertreter des westlichen Lagers. Weil viele im Westen die Meinung von Frau von der Leyen teilen, dass die Ukraine den Krieg gewinnen muss, scheint keine andere Lösung möglich, als dass eine der beiden Seiten kapituliert.

Diese kompromisslose Haltung klingt nach Endlösung und macht Verhandlungen nahezu unmöglich. Wer soll sie betreiben? Die westlichen Führungen bestehen nur aus solchen Leuten, die sich dem Untergang Russlands verschrieben haben. Die Medien haben seit Monaten kein anderes Bild gezeichnet, als dass die Ukraine siegen wird, beziehungsweise siegen muss in unser aller Interesse. Scharfmacher im Kostüm idealistischer Wertemissionare beherrschen die westliche Politik. Und für diese gilt nur der Sieg ihrer ideologischen Prinzipien, koste es, was es wolle.

Etwas anderes als die Niederlage Russlands kommt für von der Leyen, Baerbock und die anderen grünen Eiferer nicht infrage. Dafür ist die Konfrontation schon zu weit fortgeschritten. Man hat sich bereits zu weit aus dem Fenster gelehnt mit all den Prognosen über die Schwäche Russlands und die kraftvollen Wirkungen der eigenen Sanktionen. Wie soll man da zurückrudern?

Wer soll die Botschaft übermitteln, wenn es nun doch anders kommt? Wer tritt vor das Publikum und bekennt, dass die Wirklichkeit nun doch anders ist als die Erwartungen, die man bei den Gutgläubigen geweckt hat? Wie sollen die Medien ihren Konsumenten klarmachen, dass sie den Menschen lange Zeit ein falsches Bild von der Wirklichkeit vermittelt haben, egal ob dies mit Absicht geschah oder aufgrund eigener Verblendung? Wie will man es begründen, dass man Tatsachen nicht sehen wollte, die nicht ins eigene Weltbild passten?

Wer soll den Menschen eingestehen, dass alle Opfer, die sie erbracht haben, für die Ukraine und den vorgeblichen Kampf für unsere Freiheit für die Katz waren? Dass man wider besseres Wissen die Menschen durch nie gekannte Preissteigerungen in Not und Verzweiflung getrieben, Arbeitsplätze vernichtet und Existenzen zu Tausenden zerstört hat. All das geschah nur, um sich nicht der Erkenntnis zu stellen, dass die Sanktionen gegen Russland nicht die erdachte Wirkung zeigen.

Wer soll es den Menschen sagen, dass diese Politik auf Illusionen und Wunschdenken aufgebaut war, auf Uneinsichtigkeit, auf ideologischer Verblendung, Rechthaberei und Gleichgültigkeit gegenüber den Interessen anderer? Und vor allem will sich niemand ausmalen, wie die Getäuschten auf diese Bekenntnisse reagieren. Die westlichen Meinungsmacher aus Politik und Medien haben sich besonders in der EU in eine ausweglose Lage manövriert.

Dagegen haben in den USA die Republikaner schon früh die Frage gestellt, ob die Unterstützung der Ukraine den eigenen Interessen diene. In den EU-Staaten dagegen gibt es keine bedeutende Kraft, die für eine andere Politik stehen könnte. Alle großen Parteien in Deutschland haben wie 1914 für die Aufrüstung der Bundeswehr gestimmt und hundert Milliarden abgenickt. Wer von diesen Hurra-Rufern soll mit Russland verhandeln, wenn erkennbar wird, dass nicht Russland, sondern die Ukraine zusammenbricht?

Wer ist da, der von Anfang an einen anderen Umgang mit Russland gefordert hätte, sodass jetzt andere politische Akteure mit Vorschlägen zur Beilegung der Krise an Russland herantreten könnten? Da ist keine Partei, die eine andere Regierung bilden könnte, um einen Ausgleich mit Russland zu finden. Es bleibt also nichts anderes, als den Krieg bis zum bitteren Ende zu führen. Besonders bitter dürfte dieses Ende für die einfachen Menschen hierzulande und in der Ukraine werden, auf deren Rücken Russland vernichtet werden soll, wie von westlichen Politikern zu hören war. Und welcher Ausweg bleibt für Russland außer der Fortsetzung des Krieges angesichts solcher Drohungen und Aussichten?

Neue Ordnung

Der Krieg wird nicht ewig dauern, aber was kommt danach. Dabei geht es nicht nur um die Ukraine. Sie ist nur ein Symptom, eine Bruchstelle im Ordnungssystem der Welt, wie sie nach dem Ende des Kalten Krieges entstanden ist. Welche Ordnung will der Westen anstreben anstelle der alten, der seiner eigenen Vorherrschaft, und vor allem auf welcher Weltsicht soll sie entstehen?

Russland, China, der Iran und all die anderen vom Westen Sanktionierten haben ein klares Weltbild. Sie sehen die Entwicklung hin zu einer multipolaren Welt, in der nicht mehr der Westen und die USA als dessen Führungsmacht das Sagen haben. Diese Sicht scheint auch dem Gang der Dinge in der Welt zu entsprechen.

All diese Staaten, die über Jahre vom Westen durch Sanktionen drangsaliert wurden, wollen eine unabhängige und gleichberechtigte Entwicklung ihrer Gesellschaften und Wirtschaft nach ihren eigenen Maßstäben, ihren Werten und Grundsätzen, ihrem kulturellen und historischen Werdegang, ohne Bevormundung und Drohungen durch den Westen. Für diese Wünsche scheint die Zeit gekommen, und sie scheinen nicht mehr aufzuhalten zu sein.

Denn die Kräfteverhältnisse in der Welt haben sich verändert. Russland ist so sehr erstarkt, dass es einer weiteren Ausdehnung des NATO-Gebiets militärisch entgegentritt. China hat wirtschaftlich mit dem Westen gleichgezogen. Und die Sanktionierten der Welt sind zu einer solchen Macht geworden, dass sich Russland und China auf sie stützen können.

Daher rührt die Unerbittlichkeit des Westens gegenüber Russland und China. Er sieht in dieser sich abzeichnenden neuen Ordnung für sich keinen Platz mehr. Sein Selbstbild einer überlegenen, weil auf Werten gegründeten Ordnung, entspricht immer weniger der Realität. Aber sich ein neues Weltbild zu schaffen auf der Grundlage dieser Veränderungen, scheint außerhalb seiner Fähigkeiten zu liegen.

Dabei geht es eigentlich um nichts weiter außer dem Abschied von alten Glaubensätzen und den Vorstellungen besonders der USA, dass sie die Ordnung des Planeten bestimmen müssen. Selbst wenn die USA und die sogenannte westliche Wertegemeinschaft ihre vorherrschende Stellung auf der Erde verlieren, so werden sie doch nicht untergehen. Beide werden weiterbestehen. Denn es geht noch nicht einmal wie zu Zeiten der Sowjetunion um die Entmachtung des Kapitalismus.

Die Menschen werden weiterhin in ihren Häusern leben können, ihrer Arbeit nachgehen, ihre Kinder in die Schule bringen und einkaufen gehen. Sie werden zu Tisch sitzen und gemeinsam essen. Sie werden abends fernsehen, sich mit Freunden treffen und am Wochenende Picknick machen. Am Alltag und Leben der Menschen ändert sich nichts. Selbst die Sonne wird weiterhin morgens aufgehen und abends unter.

Wie der chinesische Präsident Xi Jinping zu seinem Amtskollegen Biden so richtig sagte: „Die Welt ist groß genug für unsere zwei Länder.“ Darin liegt die Erkenntnis, dass keiner dem anderen etwas wegnimmt. Die Vorstellung, etwas zu verlieren, wenn der andere etwas gewinnt, ist ein Bild aus einer alten Welt. Die sich abzeichnende neue Ordnung gründet auf Zusammenarbeit zum Vorteil aller.

Rüdiger Rauls ist Autor und Texter. Er betreibt den Blog Politische Analyse.

Mehr zum Thema - Erbfeind Russland?


Quelle: https://pressefreiheit.rtde.live/meinung...euen-welt/

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  Die lästigen „Letzte Generation“-Kinder der Grünen !
Geschrieben von: Klartexter - 26.11.2022, 20:03 - Forum: Politik - Keine Antworten

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Die Verbrecher der selbsternannten "Letzten Generation" blockieren den Straßenverkehr, versuchen Kunstwerke zu zerstören und nehmen den Tod von Menschen billigend in Kauf.

Von WOLFGANG HÜBNER | Die Kleinsekte der selbsternannten „Letzten Generation“ verrät in ihren Taten und dem Aussehen ihrer Täter viel über den maroden Zustand eines Wertewestens im Selbstzerstörungsmodus. Noch aufschlussreicher als diese Klimaapokalyptiker sind die Reaktionen auf sie. Denn trotz ihres frechen Terrors auf Straßen, in Museen und Konzerthäusern sieht der oberste Bundesschnüffler, der ansonsten schon in oppositionellem Denken ein Staatsverbrechen wittert, in ihnen geradezu demonstrativ keine Gefahr für den Rechtsstaat, an dessen faktischer Abschaffung er selbst ja mit Recht größeren Anteil beanspruchen kann als die „Letzte Generation“.

Auch die Großsekte der Grünen hat bislang viel Verständnis für das Treiben dieser fanatisierten Jugendlichen gezeigt. Das kann nicht verwundern, sind diese ja Kinder im Geiste der Klimareligion, die vielen grünen Politikern märchenhafte Einkommen und Pensionen sowie ihrem Fußvolk ungezählte sichere Beschäftigungen im Staatdienst und in Institutionen beschert hat. Doch wird der Klimareligion von ihren größten Profiteuren nie so überzeugt gehuldigt wie von der „Letzten Generation“ die diesen Glauben mit ihren Aktionen missionarisch unter Beweis stellen will.

Deshalb wird es unter dem Eindruck der massiven öffentlich Ablehnung dieser Aktionen Zeit für die immer fettere grüne Großsekte, sich von den dummen wilden Kindern der Kleinsekte heuchlerisch zu distanzieren. Natürlich können die Grünen nicht wahrheitsgemäß verkünden: „Ist ja alles gar nicht so gemeint mit dem Klima!“ Genau so wenig könnte die evangelische Amtskirche, längst eine grüne Vorfeldorganisation, wahrheitsgemäß verbreiten: „Uns interessiert Gott schon lange nicht mehr!“ Denn schließlich muss die verlogen-einträgliche Fassade in beiden Fällen fürs Publikum aufrechterhalten werden.

Aber gönnerhaft zuschauen, wie die „Letzte Generation“ zum Hassobjekt von Millionen wird, können die Grünen nun auch nicht mehr, wollen sie nicht eigenen Schaden riskieren. Also hagelt es jetzt aus ihren Reihen Kritik an ihren Kindern im Geist, nur nicht der Tat. Doch keine Distanzierung der Grünen kann darüber hinwegtäuschen: Die „Letzte Generation“ ist Fleisch vom Fleisch eine Partei und Bewegung, über die Sahra Wagenknecht kürzlich alles Wesentliche gesagt hat: „Für mich sind die Grünen die heuchlerischste, abgehobenste, verlogenste, inkompetenteste und gemessen an dem Schaden, den sie verursachen, derzeit auch die gefährlichste Partei, die wir aktuell im Bundestag haben.“



PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite und seinen Telegram-Kanal erreichbar.

Quelle: https://www.pi-news.net/2022/11/die-laes...r-gruenen/

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  "Russland als Terrorstaat" ? Ein Dokument barbarischen Wahns !
Geschrieben von: Klartexter - 26.11.2022, 03:10 - Forum: Politik - Keine Antworten

24 Nov. 2022

Das EU-Parlament hat eine Entschließung angenommen, die in jeder Hinsicht grenzüberschreitend ist: in der Übernahme propagandistischer Erzählungen, der Missachtung demokratischer Werte, der Zerstörung der Diplomatie. Ein wirklich historisches Dokument.

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Das EU-Parlament in Straßburg am 22. November 2022 - Quelle: www.globallookpress.com © Philipp von Ditfurth

Von Dagmar Henn

EU-Beschlüsse, gleich, ob von Kommission oder Parlament, sind immer unangenehm zu lesen; aber der Beschluss des EU-Parlaments unter der Nummer P9_TA(2022)0405 ist es ganz besonders. Es geht um die "Einstufung der Russischen Föderation als dem Terrorismus Vorschub leistender Staat", und das einzige Stück antirussischer Propaganda der letzten zehn Jahre, das darin nicht aufgeführt ist, ist das vom Doping im Sport.

Gleich zu Beginn der Begründung, im ersten der vielen Sätze, die mit "In der Erwägung" beginnen, wird die Wirklichkeit hemmungslos verzerrt. "Dass Russlands Streitkräfte seit 2014 und insbesondere seit dem 24. Februar 2022, als Russland seinen rechtswidrigen, unprovozierten und ungerechtfertigten Angriffskrieg gegen die Ukraine begann, wahllos Wohngebiete und zivile Infrastruktur angegriffen ..." Es war also die russische Armee, die all die Jahre über Donezk beschossen hat? Nicht die ukrainische? Steht die russische Armee all die Jahre in Awdejewka? Die einzige wahre Angabe in diesem Absatz ist das Datum.

In diesem Tonfall geht es weiter, als wäre der gesamte Text direkt in Kiew verfasst worden. Selbst der "Angriff auf den Bahnhof Kramatorsk, bei dem 60 Zivilisten getötet wurden", der eindeutig mit einer Totschka-U-Rakete erfolgte, die nur die Ukraine einsetzt, wird mit aufgeführt, und es geht noch besser: Unter Punkt G steht nach "In der Erwägung, dass Russland seit Oktober 2022 die kritische Infrastruktur in der gesamten Ukraine vorsätzlich angreift" am Ende des Absatzes: "in der Erwägung, dass bei diesen Angriffen polnisches Hoheitsgebiet getroffen wurde und dabei zwei polnische Bürger getötet wurden".

Die ganz Welt weiß längst, dass es eine ukrainische Rakete war, die in Polen landete. Nur das EU-Parlament weiß dies nicht. Es weiß auch nicht, was die UNCTAD über die Inflation bei Nahrungsmitteln schrieb, dass sie nämlich mindestens zur Hälfte auf Spekulation zurückgeht, und erklärt, "dass Russland infolge seines Angriffskriegs gegen die Ukraine und seiner Blockade ukrainischer Seehäfen für die weltweite Krise der Ernährungssicherheit verantwortlich ist".

Aber das ist noch nicht der Schluss. Russland lässt in Energodar "die unmittelbare Umgebung des Geländes beschießen", und es setzt nicht nur "die Energieversorgung als Waffe" ein, auch an dem Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines ist es schuld: "... dass durch die Beschädigung der Erdgasfernleitungen Nord Stream 1 und 2 am 26. September 2022 große Gasleckagen in der Ostsee verursacht wurden, was zudem ein Umweltanschlag auf die Union ist".

In vergangenen Jahrzehnten hätte an diesen Stellen irgendjemand eingegriffen, um zumindest den möglichen Schaden für die eigene Glaubwürdigkeit durch die Verbreitung längst erkannter Lügen zu begrenzen, sprich, wenigstens die bereits aufgeflogenen Propagandastücke aus dem Text zu entfernen. In diesem EU-Parlament sitzen Vertreter aller EU-Mitgliedsstaaten, aus allen politischen Richtungen, aber es fand sich nicht einmal genug Vernunft, um den Punkt mit der ukrainischen Rakete in Polen geradezurücken. Stattdessen wurde ein Dokument verabschiedet, in dem mit Schaum vor dem Mund alles aufgelistet wird, was der wildeste antirussische Wahn zu bieten hat, einschließlich der jetzt angeblich von Russland erzwungenen Landung eines Flugzeugs in Weißrussland und dem Absturz des Flugzeugs des polnischen Präsidenten bei Smolensk im Jahr 2010.

Abgesehen von dem hemmungslosen Anfall von Fremdscham könnte man dieses Dokument in der Ablage für Beispiele propagandistischen Wahns in Kriegszeiten versenken, wenn da nicht eine Absicht dahintersteckte. Genau genommen mehrere Absichten. Die erste ist noch recht offensichtlich: Dieser Beschluss soll das Fundament liefern, auf dem die rechtliche Konstruktion für die Enteignung des beschlagnahmten russischen Vermögens aufsetzen soll. Das lässt sich in folgendem Absatz erkennen:

Das Parlament "fordert, dass die Union und ihre Mitgliedstaaten einen EU-Rechtsrahmen für die Einstufung von Staaten als dem Terrorismus Vorschub leistende Staaten und als terroristische Mittel einsetzenden Staaten ausarbeiten, wobei diese Einstufung eine Reihe erheblicher restriktiver Maßnahmen gegen diese Länder auslösen und tiefgreifende restriktive Auswirkungen auf die Beziehungen der Union zu diesen Ländern haben würde".

Damit kann behauptet werden, entsprechende Beschlüsse der EU-Kommission wären demokratisch legitimiert. Unter "erheblichen restriktiven Maßnahmen" kann man so etwas wie die völlige Aufhebung diplomatischer Immunität, die Aussetzung jeglicher Beziehungen und die Einziehung des gesamten Vermögens verstehen. Vermutlich kennt Ursula von der Leyen schon einen Immobilienspekulanten, der auf das Grundstück der russischen Botschaft in Berlin scharf ist. Aber es geht noch weiter:

"... fordert die Union und ihre Mitgliedstaaten auf, Maßnahmen zu ergreifen, mit denen eine vollumfängliche internationale Isolation der Russischen Föderation eingeleitet wird, auch im Hinblick auf die Mitgliedschaft Russlands in internationalen Organisationen und Gremien wie dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, und von der Organisation sämtlicher offizieller Veranstaltungen im Hoheitsgebiet der Russischen Föderation abzusehen; fordert, dass die diplomatischen Beziehungen zu Russland weiter eingeschränkt und die Kontakte zu seinen offiziellen Vertretern auf allen Ebenen auf das absolut notwendige Mindestmaß beschränkt werden; fordert die Mitgliedstaaten der Union auf, staatsnahe russische Einrichtungen wie die russischen Zentren für Wissenschaft und Kultur und Organisationen und Verbände der russischen Diaspora, die unter dem Schutz und der Leitung russischer diplomatischer Vertretungen agieren und die russische Staatspropaganda unterstützen, zu schließen und zu verbieten".

Bezogen auf internationale Organisationen bedeutet das schlicht, dass die Mitgliedsländer der EU darauf verpflichtet werden, aktiv deren Spaltung zu betreiben. Denn es ist eben nicht die gesamte Welt, sondern nur die "Weltgemeinschaft" der westlichen Staaten selbst, die Russland isoliert, und an dieser Tatsache wird auch dieser Beschluss nichts ändern; aber der Schaden, der durch diese Manöver sämtlichen internationalen Organisationen bereits zugefügt wurde, wird sich dadurch weiter vergrößern und die Tendenz, anstelle der korrumpierten UNO eine Alternativstruktur zu schaffen, noch weiter verstärken. Dass es am Ende EU-Europa sein wird, das sich damit isoliert, ist das eine. Das andere ist aber, dass solche mit Schaum vor dem Mund verfassten Beschlüsse die Möglichkeit irgendeiner Form diplomatischer Lösung ins Nichts entschwinden lassen.

Einen Hinweis auf die Vorstellungen dieses Parlaments von demokratischen Rechten vermittelt die Aufforderung, "Organisationen und Verbände der russischen Diaspora, die unter dem Schutz und der Leitung russischer diplomatischer Vertretungen agieren und die russische Staatspropaganda unterstützen, zu schließen und zu verbieten".

Das ist die Aufforderung, jeden Verein zu verbieten, der Kontakt zur russischen Botschaft hat und nicht in voller Lautstärke das Lied vom "ungerechtfertigten russischen Angriffskrieg" singt. Schließen und verbieten. Ungeachtet der Tatsache, dass die Mitglieder von Verbänden der russischen Diaspora weit überwiegend mindestens auch die Staatsbürgerschaft eines der EU-Staaten besitzen dürften und selbst ohne diese das Recht haben sollten, ihre Meinung frei zu verbreiten. Um sich zu vergegenwärtigen, welche Positionen betroffen sein dürften, muss man sich nur ins Gedächtnis rufen, was alles in den vergangenen Monaten in Deutschland schon zu russischer Propaganda erklärt wurde.

Aber es geht noch weiter. Das EU-Parlament "fordert den Rat auf, die Gruppe Wagner und das 141. Mechanisierte Regiment der russischen Nationalgarde zur besonderen Verwendung, auch bekannt als Kadyrowzy, sowie andere von Russland finanzierte bewaffnete Gruppen, Milizen und Hilfstruppen wie diejenigen, die in den besetzten Gebieten der Ukraine operieren, in die Unionsliste der an terroristischen Handlungen beteiligten Personen, Gruppen und Einrichtungen (EU-Terroristenliste) aufzunehmen".

Abgesehen von Wagner und den Tschetschenen sind mit den "anderen von Russland finanzierten bewaffneten Gruppen" mit Sicherheit die Milizen aus Donezk und Lugansk gemeint, auch wenn sie mittlerweile Teil der russischen Armee sind. Nun müssen wir etwas zurückblicken, ins Jahr 2015. Damals gab es bereits einen Versuch in diese Richtung. Im September dieses Jahres veröffentlichte der damalige Bundestagsabgeordnete der Linken, Wolfgang Gehrke, ein Schreiben des Auswärtigen Amtes, das sich auf eine Sitzung der ständigen Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel bezog. In diesem Schreiben fand sich die Information, dass eine Kommission namens CP 931 sich damit befassen solle, die Volksrepubliken Donezk und Lugansk zu "terroristischen Vereinigungen" zu erklären, also genau das zu tun, was die Konsequenz dieser Aufforderung des EU-Parlaments wäre.

Verglichen mit den Folgen, die ein solcher Beschluss hätte, sind die Folgen der Änderung des § 130 StGB noch vergleichsweise harmlos. Wenn eine solche Listung geschieht, kann in Deutschland das Bundesjustizministerium durch eine Ermächtigung die volle Bandbreite der Verfolgung nach § 129b StGB aktivieren. Damals beschrieb ich das so:

"Um sich die Folgen vorzustellen, muss man nur einmal in Gedanken durchgehen, wie man sich über die wirkliche Lage im ukrainischen Bürgerkrieg informieren kann. Eine Pressekonferenz der Republik Donezk im Internet teilen? Werbung für eine terroristische Vereinigung. Bilder über die Verwüstungen, die die ukrainische Armee dort anrichtet? Könnten ja die 'Terroristen' zum Weitermachen ermutigen. Ebenso verboten. Fahnen, Abzeichen, selbst das Verlinken der Hymnen, jede Form von Berichterstattung, die nicht der vorgegebenen Linie entspricht, schon die schlichte Aussage, man halte den Aufstand für gerechtfertigt, all das kann zur Werbung erklärt und verfolgt werden."

Der Strafrahmen des § 129b StGB beginnt bei sechs Monaten und endet bei fünf Jahren. Die Verfahren, die dadurch ausgelöst werden, laufen unter den Bedingungen der Anti-Terror-Gesetze; das reicht vom Sondereinsatzkommando bei der Hausdurchsuchung bis zur Isolationshaft und Prozessen im Hochsicherheitstrakt. Für jeden, der ein Video von Kadyrow teilt?

2015 gab es diesen Beschluss nicht; irgendetwas hat ihn in letzter Minute verhindert, das Thema stand bereits auf der Tagesordnung dieser Kommission CP 931, die sich zweimal die Woche trifft. Aber es steht zu fürchten, dass diesmal niemand mehr einen entsprechenden Beschluss verhindert.

Natürlich werden weitere Sanktionen und Sekundärsanktionen gegen alle Staaten gefordert, die nicht sanktionieren, aber auch der suizidale Ansatz wird weiterverfolgt. Das EU-Parlament "fordert ein sofortiges und vollständiges Embargo auf Einfuhren von fossilen Brennstoffen und Uran aus Russland in die Union sowie die vollständige Aufgabe der Erdgasfernleitungen Nord Stream 1 und 2, um der Finanzierung des russischen Angriffskriegs ein Ende zu setzen". Ein Embargo auf Uran. Immerhin, dann sind es nicht nur die deutschen EU-Abgeordneten, die ihr Land dem antirussischen Wahn opfern, es sind auch die Franzosen, deren Kernkraftwerke nicht mehr betrieben werden können. Weniger Strom für alle!

Und dann kommt noch eine Bestätigung des § 130 StGB: "fordert die Union und ihre Mitgliedstaaten auf, die bewusste öffentliche Billigung bzw. Leugnung der militärischen Aggression und der Kriegsverbrechen Russlands in jedweder Form zu untersagen". Diese Aufforderung geschieht in einem Dokument, das gleichzeitig eine Liste solcher vermeintlicher Verbrechen liefert, die auf keinerlei Art und Weise einer nüchternen Überprüfung standhält, siehe die Rakete in Polen und der Anschlage auf Nord Stream; aber man wird beim Lesen den Verdacht nicht los, dass ebendiese Liste als Festlegung all dessen dienen soll, was künftig innerhalb der EU nicht mehr in Zweifel gezogen werden darf. Man wird die Bilder der Totschka-U in Kramatorsk nicht mehr zeigen dürfen, weil damit ein "Kriegsverbrechen Russlands" geleugnet würde.

Weiter unten im Dokument wird noch einmal zu von der Leyens Aneignungswünschen zurückgekehrt. Das Parlament "fordert die Kommission und die Mitgesetzgeber auf, die rechtliche Regelung zu vervollständigen, die die Einziehung russischer Vermögenswerte, die von der Union eingefroren wurden, und deren Verwendung zur Bewältigung der verschiedenen Folgen der Aggression Russlands gegen die Ukraine, auch für den Wiederaufbau der Ukraine und die Entschädigung der Opfer der Aggression Russlands, ermöglicht".

Die Tatsache, dass die westlichen Staaten spätestens seit 2014 eifrig daran arbeiten, jeden international vorhandenen rechtlichen Rahmen in Stücke zu schlagen, wird natürlich in den heimischen Medien verschwiegen. Dabei frönt man bis heute dem Wahn, der Westen könne es sich leisten, mal eben den Besitz eines anderen Staates zu enteignen, ohne eine gleichartige Antwort fürchten zu müssen. Schließlich klappte das mit Venezuela und mit Afghanistan; in beiden Fällen war weitaus mehr venezolanisches oder afghanisches Vermögen im Ausland, als Vermögen der westlichen Länder dort war. Aber gilt das auch für Russland? Oder gar für China? Nach den diplomatischen Regeln, die eine gleichartige Antwort immer als legal betrachten, könnte Russland auf einen solchen Schritt hin sämtliches Vermögen, das Bürger oder Firmen aus EU-Ländern in Russland besitzen, ebenso enteignen.

Dabei ist der kritische Punkt nicht einmal so sehr der lokale Besitz. Kritisch ist ein solches Vorgehen, weil es im Grunde internationalen Handel unmöglich macht. Denn die Aufhebung der im zwischenstaatlichen Umgang üblichen Immunität würde es auch ermöglichen, Schiffe zu beschlagnahmen und zu enteignen, die mit russischen Gütern europäische Häfen anlaufen, was allerdings im Gegenzug dann eben auch für europäische Schiffe in russischen Häfen gälte. Über die ebenfalls geforderten Sekundärsanktionen wären dann auch noch chinesische Schiffe betroffen, während dann andererseits die Chinesen die europäischen Schiffe ... Gut, ein derart voll entfachter Sanktionskrieg träfe vor allem die Supercontainerfrachter und damit neben den Chinesen – ja, die Deutschen, es wäre aber ganz nebenbei eine völlige Spaltung des Welthandels in zwei Sphären, eine kleine westliche und eine große multipolare.

Die Regeln, die internationalen Handel überhaupt erst ermöglichen, sind weitaus älter als die Europäische Union; nicht einmal das römische Imperium beschlagnahmte die Schiffe fremder Nationen, und auch die diplomatische Immunität findet sich bereits in antiken Zivilisationen. Was das EU-Parlament unauffällig und fast nebenbei abstreift, nur um noch härter sanktionieren zu können, um seinen unerklärten Krieg noch ein Stück weiter zu eskalieren, sind Kernerrungenschaften zivilisierten Verhaltens.

Bei der Bewertung des gesamten Dokuments muss man ausnahmsweise der Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa widersprechen. Dieser Beschluss dient nicht der Förderung der Idiotie; Idiotie ist in diesem Zusammenhang ein viel zu harmloser Begriff. Dieser Beschluss ist eine Urkunde der Barbarei, einer rasenden Manie, der man alles zu opfern bereit ist und die die so gepriesenen europäischen Werte längst verschlungen hat. Es ist der Grabstein, unter dem alles Positive verscharrt wurde, das dieses Europa noch zur Zukunft der Menschheit hätte beitragen können.

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Quelle: https://pressefreiheit.rtde.live/meinung...barischen/

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  Von Regenbogen-Armbinden, bemalten Flugzeugen, Petitionen und einem deutschen Irrweg
Geschrieben von: Klartexter - 25.11.2022, 00:06 - Forum: Politik - Keine Antworten

Von Regenbogen-Armbinden, bemalten Flugzeugen, Petitionen und einem deutschen Irrweg

24 Nov. 2022

Das Thema LGBT wird in Deutschland instrumentalisiert − dies zeigt die WM in Katar deutlich. Die Diskussion ist nicht nur verlogen, sie ist auch blind gegenüber ihren Implikationen. Der deutsche LGBT-Extremismus schränkt Freiheit immer weiter ein.

[Bild: 637e2c7ab480cc34b04eb855.jpg]
Der Airbus A330 der Lufthansa mit der Aufschrift "Diversity Wins" trägt das zentrale Anliegen Deutschlands in die Welt: Diversity ist super, was auch immer das heißt. - Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/Marc Schueler

Von Gert Ewen Ungar

Anlässlich der hysterischen Diskussion um LGBT-Rechte in Katar, die den Fußball in den Hintergrund rücken lässt, kann man nur hoffen, dass Deutschland in der Vorrunde rausfliegt und mit dem abflauenden Interesse an der WM auch das Gezeter etwas moderater wird. Die Diskussion in Deutschland um Symbole und Zeichen, die gezeigt und gesetzt werden müssten, hat jedes rationale Maß verloren. Es vergeht kein Tag, an dem auf die ganze Absurdität um Armbinden, Farbcodes und Symbole nicht nochmal eine Absurdität draufgesetzt würde.

Die Aufregung um Regenbogen-Symbole und LGBT-Embleme ist unerträglich in seinem Extremismus und seiner Doppelmoral. Und es handelt sich um eine Form des Extremismus, denn was sich in Deutschland gerade medial abspielt, ist ohne jede Bodenhaftung, rein ideologisch und von einer Verbissenheit, wie sie nur Eiferer an den Tag legen können. Es ist eine Form des Extremismus wie jeder x-beliebige andere religiöse oder weltanschauliche Fundamentalismus auch.

Der deutsche Extremismus hat die Farbe des Regenbogens

Deutlich zeigt sich die extremistische Haltung an der Kompromisslosigkeit, mit der Deutschlands mediale und politische Eliten ihre Message, die offensichtlich niemand hören möchte, in die Welt tragen wollen. Mit penetrantem, missionarischem Eifer und unter Inkaufnahme massiver Kollateralschäden muss die zentrale Botschaft, muss der Welt aufgezwungen werden, dass Diversity und Vielfalt super ist. Alle sollen klatschen − wer nicht klatscht, wer nicht mitmacht, wird ausgebuht. Es ist ein lächerliches Schauspiel, das Deutschland aufführt.

Wie jeder Extremismus hat auch der deutsche den Anspruch, universal und ewig zu sein. Unterhalb dieses Anspruchs tut's der gemeine Fundamentalist eben nicht. Dem Eiferer sind Argumente, kulturelle Unterschiede − kurz: all das, was man eigentlich Diversität und Vielfalt nennt − völlig schnuppe. Wenn sein Anliegen, in diesem Fall das deutsche LGBT-Ding, überall in der Welt durchgesetzt ist, dann ist die Welt heil und wird ein besserer Ort, so der inbrünstige Glaube an die eigene Ideologie.

Die LGBT-Besessenheit Deutschlands ist ein Extremismus. Ich will deutlich sagen, was diese LGBT-Besessenheit nicht erreichen wird: ihre Durchsetzung weltweit. Es würde die Welt auch nicht zu einem besseren Ort machen. Der deutsche Eifer vertieft lediglich die Gräben, denn wie man am aktuellen Vorgang um Katar sieht, ist auch dem deutschen Extremismus, wie jedem Extremismus, jegliche Form der Diplomatie und des Kompromisses fremd. Er setzt auf Teilung statt auf Einigung, sowohl im Inland als auch in der Außenpolitik.

Deutschlands Haltung macht die Welt nicht besser

Vor allem versteht der deutsche Extremismus − wie alle Formen des Extremismus − nicht, dass seine Sicht auf die Dinge Ausdruck einer bestimmten Kultur, eines in dieser Kultur wurzelnden Menschenbilds, eines gewissen zeitlichen Horizonts ist. Somit erweisen sich seine Annahmen und Postulate als relativ − nicht als absolut. Mit anderen Worten, er ist geographisch begrenzt und geht irgendwann vorbei. Zum Glück!

Bis es so weit ist, werden wir uns allerdings noch mit angemalten Flugzeugen auseinandersetzen müssen, die "eine klare Botschaft an die Welt senden", wie der Diversity-Flieger der deutschen Lufthansa, der die deutsche Fußballmannschaft hingegen auf halbem Weg nach Katar in Oman abgesetzt hat. Auch das wird natürlich zum aufgebauschten Skandal. Die Fluggesellschaft versichert beruhigend und darum bemüht, die Wogen der Empörung der Eiferer zu glätten, es seien insgesamt 17 Flüge nach Katar geplant. Die Botschaft würde also dorthin geflogen, wo sie nach deutscher Auffassung dringend gehört werden müsse. Dann ist ja alles gut.

Sportkommentatoren, die man eigentlich nicht sieht, werden medial weiterhin für ihren Mut gelobt werden, ihren Kommentar mit einem Kleidungsstück geäußert zu haben, auf denen der LGBT-Regenbogen in irgendeiner stilisierten Form zu sehen ist. Zeichen zu setzen ist das Allerwichtigste in diesen WM-Tagen.

Deutsche Symbolik: Zeichen setzen und Botschaften senden

Oliver Knöbel alias Olivia Jones, Deutschlands bedeutendster Damen-Imitator, Mitglied der Bundesversammlung und damit im Gegensatz zu den Lesern dieses Textes berechtigt, den Bundespräsidenten zu wählen, fordert Manuel Neuer, Kapitän der deutschen Mannschaft, in einer Petition zum Tragen einer regenbogenfarbenen Armbinde auf. Obwohl viele Medien auf die Petition hinweisen, ist der Zuspruch eher mau. Der deutsche LGBT-Extremismus ist nämlich außer weltfremd und unangenehm missionarisch zusätzlich noch eines: ein dekadentes Elitenprojekt deutscher Medien und Politik.

Angesichts der Energiekrise, der Inflation und einer unsicheren Zukunft hat der Großteil der Deutschen andere Sorgen als das Tragen bunter Armbinden durchzudrücken, um damit irgendwelche indifferenten Zeichen zu setzen, Farbe zu bekennen und sich für Rechte einzusetzen, von denen die Mehrheit der Deutschen schlicht nicht profitiert.

Anlass der Petition von Olivia Jones ist gewesen, dass der DFB vor der FIFA eingeknickt war, die eine Politisierung der Sportkleidung der Spieler verboten hatte. Mit der an die Regenbogenfarben angelehnten One-Love-Binde wollte man in Katar − was wohl? − "ein Zeichen setzen", durfte aber nicht. Jetzt werden die Petitionen zur Durchsetzung deutscher Symbolpolitik rausgekramt.

Haltung zeigen, vor allem dann, wenn es nichts kostet

Auch Innenministerin Faeser hat sich zur Aufgabe gemacht, zumindest in dieser Sache Haltung zu zeigen. Das ist recht und vor allem billig. Der Konflikt würde auf dem Rücken der Spieler ausgetragen, meinte sie in einem Tweet. Einen Rückzieher mit dem Ziel, den Rücken der Spieler zu entlasten, will sie aber auch nicht machen. Extremismus eben.

https://twitter.com/NancyFaeser/status/1595322020329316353?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1595322020329316353%7Ctwgr%5Ead191357c2f35facd3ccabf086525c5703264f8d%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fde.rt.com%2Fmeinung%2F155222-von-regenbogen-armbinden-bemalten-flugzeugen%2F

Zeichen zu setzen und Symbolik sind die zentralen Elemente dieser absurden Diskussion, die mit ähnlicher Inbrunst und Verbissenheit ausgetragen wird, wie über die Frage diskutiert wurde, ob in deutschen Klassenzimmern ein Kreuz hängen soll oder nicht. Man macht sich mit dieser verbissenen, kompromisslosen Haltung mit Sicherheit keine Freunde in der Welt. Das Stück, das Deutschland gerade auf der Weltbühne aufführt, wirkt verschroben und exzentrisch.

Man mag an dieser Stelle einwenden: "Ja, aber die LGBT-Community dort ist schrecklichen Drangsalen ausgesetzt." Die Antwort darauf ist ganz schlicht: Das mag sein, aber es geht euch nichts an. Eine Fußball-WM ist das falsche Forum. Man nimmt Deutschland angesichts der deutschen Außenpolitik die Sorge um Minderheiten zudem schlicht nicht ab. Es ist geheuchelt. Menschenrechte werden von Deutschland politisch instrumentalisiert.

Deutschlands Position ist verlogen

Deutschland hat keine Skrupel, sich an völkerrechtswidrigen Sanktionen beispielsweise gegen Syrien zu beteiligen, die das Ziel haben, einen derart umfassenden Mangel zu erzeugen, dass es zu Hungerrevolten gegen die Regierung kommt. Von der Ukraine und dem, was dort an Unrecht und Diskriminierung passiert, was von Deutschland gedeckt und von deutschen Medien verschwiegen wird, will ich hier gar nicht sprechen. Deutsche Außenpolitik ist in einer Weise brutal, menschenverachtend und verlogen, dass keine Nation dieser Welt die zur Schau gestellte deutsche Sorge um eine Minderheit in einem kleinen Land, dessen Einwohnerzahl geringer als die Berlins ist, ernst nehmen kann. Man sieht darin lediglich den Versuch der politischen Einflussnahme und die Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten unter dem Deckmantel des Schutzes von LGBT-Rechten.

Das bedeutet nicht, dass ich denke, in Katar sei alles in Ordnung und in bestem Zustand, aber es geht deutsche Sportreporter, die deutsche Elf, die deutschen Verbände, die Lufthansa absolut nichts an. Es ist nicht ihr Metier. Gebt euch dem Fußball hin. Es wurde für die Kritik schlicht das falsche Forum gewählt und ist daher plumper Populismus.

Das deutsche Intoleranzproblem

Man erlaube mir eine ganz persönliche Anmerkung in diesem Zusammenhang, denn hier wird auch meine Lebensweise zu Zwecken instrumentalisiert, die nicht in meinem Interesse sind. Ich habe als Schwuler Deutschland verlassen und bin nach Russland gegangen. Deutschland wurde mir zu gefährlich; nicht als Schwuler, aber als jemand mit einer eigenen, vom deutschen Narrativ abweichenden Meinung. Mit anderen Meinungen tut sich Deutschland nämlich gerade wieder einmal sehr schwer. Ich lebe hier mit meinem Freund und Lebenspartner. Entgegen dem, was in Deutschland behauptet wird, kann man als schwuler Mann in Russland gut leben.

Ich lebe lieber in der russischen Gesellschaft, in der es zwar eine gut funktionierende queere Subkultur, aber keine öffentlichen Gay Prides gibt, als in einer deutschen Gesellschaft, in der meine Sexualität politisiert und instrumentalisiert wird und die Meinungsfreiheit immer weiter mit dem angeblichen Ziel eingeschränkt wird, ich müsste vor Diskriminierung geschützt werden. Das bedeutet nicht, dass ich gerne beleidigt und benachteiligt werde, aber dafür gibt es bestehende Gesetze − es ist fraglich, ob es dafür neue braucht, die nur für einen bestimmten Personenkreis gelten.

Was ich meine, ist, es muss die Möglichkeit zur Kritik geben. In Deutschland wird dies zunehmend unmöglich gemacht. Die Diskussion über Minderheitenschutz und LGBT-Rechte hat in Deutschland jedes Maß verloren und ist längst in ihrem Gegenteil angekommen: Die Diskussion bedroht die Freiheit.

Die LGBT-Forderungshaltung befreit nicht mehr, sie öffnet keinen Horizont, sondern engt ein. Sie verhindert und verbietet unter dem Deckmantel der Antidiskriminierung und des Minderheitenschutzes offene Diskussionen, sie ist intolerant und diskriminierend geworden. Ich möchte aber nicht in einem Land leben, in dem Kritik und Auseinandersetzung reglementiert und immer weiter eingeschränkt werden und das obendrein immer ungleicher wird. Dies ist in Deutschland inzwischen der Fall. Minderheitenschutz wird dazu benutzt, den Korridor der zugelassenen Meinungen zu verengen. Das ist gefährlich und eine schlechte, totalitäre und antidemokratische Entwicklung. Das ist auch dann eine gefährliche Entwicklung, wenn man wie ich eigentlich zu der davon begünstigten Personengruppe gehört. Man sollte als queerer Mensch dazu nicht schweigen. Die deutsche moralische Hybris rund um das Thema LGBT, Regenbogenflagge und Diversität verdeckt zwei Dinge: die Niedertracht deutscher Außenpolitik und die Tatsache, dass Deutschland immer unfreier wird.

Das mediale Eindreschen auf ein kleines Drei-Millionen-Einwohner-Land hingegen ist kein Ausdruck großen Mutes, kein Ausdruck moralischer Stärke, sondern Ausdruck absoluter Verlogenheit der deutschen Politik, der deutschen Medien und weiter Teile der deutschen queeren Community.

Mehr zum Thema – Kritik an WM 2018 und 2022: Bis zur Wortwahl identisch


Quelle: https://pressefreiheit.rtde.live/meinung...lugzeugen/

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  Wie in der BRD - Frau wird attackiert und niemand greift ein !
Geschrieben von: Klartexter - 24.11.2022, 05:42 - Forum: Soziales - Keine Antworten

Nationalisten werfen Frau aus Vorortbahn, alle schweigen - Neue Videos aus Kiew

23 Nov. 2022

Andersdenkende haben es in der Ukraine derzeit nicht leicht, und die meisten ziehen es vor zu schweigen. Was geschieht, wenn man als Normalsterblicher sich "prorussisch" äußert, musste eine Frau in einer Kiewer Elektritschka an der eigenen Haut erfahren. Es besteht Hoffnung, dass sie noch lebt.

[Bild: 637e9db1b480cc36505ec074.jpg]
Symbolbild: Sowjetische Elektritschka (S-Bahn), 1987 - Quelle: Sputnik © Wladimir Tschistjakow

Seit zwei Tagen sind in russischen und ukrainischen sozialen Netzwerken Videoaufnahmen eines Vorfalls in einer Kiewer Vorortbahn im Umlauf, der sich laut der Anzeige in dem Wagen am Montagabend ereignet hat.

Die Aufnahmen sind im inneren einer S-Bahn oder Vorortbahn entstanden. Laut der Haltestellenanzeige ist es der 21. November, 18:23 Uhr, im Berufsverkehr. Entsprechend voll ist die Bahn sowjetischen Typs. Die Sitze sind in Sechsergruppen auf jeder Seite des Wagens angeordnet und an diesem Abend voll besetzt. Einige Passagiere müssen sogar im Gang zwischen den Sitzbänken stehen.

In dem zum Ausgang hin ersten Sitzabteil läuft eine hitzige Diskussion. Es ist nicht ganz klar, wie viele der Passagiere sich an ihr beteiligen, man hört drei oder vier Stimmen. Die Frau, die auf dem Platz am Fenster in der Ecke sitzt, mit dem Gesicht zur Kamera, beteiligt sich nicht. Stattdessen schaut sie demonstrativ zum Fenster hinaus. Draußen ist es dunkel, alle tragen Winterkleidung und die Anzeige des Wagens zeigt in regelmäßigen Abständen die Außentemperatur an: + 1 Grad Celsius.

Besonders aufgeregt sind zwei Personen: Ein neben der zum Fenster schauenden Unbeteiligten sitzender Mann, schätzungsweise in seinen Dreißigern – und schräg ihm gegenüber eine mit dem Rücken zur Kamera auf dem Fensterplatz sitzende Frau mittleren Alters, vielleicht vierzig, vielleicht fünfzig, vielleicht sechzig. Sie trägt eine bunt gestreifte Strickmütze auf dem Kopf. Die Diskussion scheint sich um Kriegsverbrechen der ukrainischen Seite zu drehen, es fällt mehrfach das Wort "Mörder". Der Mann kontert mit Vorwürfen gegen Russland, ist aber schwer zu verstehen. Beide sprechen russisch, akzentfrei, Kiew eben. Der Filmende, der zwei Sitzabteile weiter im Gang steht, lässt seine Kamera nicht zufällig laufen. Denn die Diskussion ist mehr als nur angespannt und kontrovers, es braut sich spürbar etwas zusammen.

Jetzt sagt die Frau etwas, was den Mann ihr gegenüber auf die Palme bringen wird:

"Russland kam, um uns zu schützen."

Der Mann läuft sichtlich rot an, krallt die Finger in zuckende Figuren, griffbereit wie ein Geier:

"Das macht mich nervös, ich bringe Sie jetzt um, verstehen Sie?"

Die unbeteiligte Frau am Fenster wendet sich von diesem ab, schaut abwechselnd den Mann und die Frau in der gestreiften Mütze an. Sie will etwas sagen, fängt sich aber in letzter Sekunde und blickt weiterhin schweigend in die Runde.

Eine kräftige weibliche Stimme ertönt aus dem Hintergrund, vermutlich eine der stehenden Passagierinnen:

"Basar, Bahnhof und ab nach Russland! Basar, Bahnhof und ab nach Russland!"

Die Phrase wird mehrfach wiederholt.

Wer immer das spricht, ist nicht im Visier der Kamera: Alle anderen Fahrgäste außer den beiden "Debattierenden" und der erwachten, aber schweigenden Frau am Fenster in dem ersten Sitzabteil schauen ostentativ weg, haben sich in ihre Mobiltelefone vertieft, zeigen keinerlei Regung.

Die Anspannung des Mannes macht sich in einem Vorschlag Luft:

"Lasst uns sie aus dem Zug werfen."

Zwei Stimmen nicht sichtbarer Frauen nacheinander:

"Ja, machen wir das. Ja, machen wir das!"

Auch diese Stimmen: Russisch, akzentfrei, Kiew. Das "Los, machen wir das!" wird mehrmals wiederholt.

Eine andere weibliche Stimme aus dem Hintergrund, wohl an den Mann gerichtet, fragt:

"Und wieso bist du nicht im Krieg? Es reicht! Mit dem Mund zu schwatzen, solche gibt es genug ..."

Die Frau in der buntgestreiften Mütze wird daraufhin mutiger:

"Na los, na los, wirf mich doch raus! Ich habe hier gesessen und dich überhaupt nicht angefasst."

Der Mann greift nach ihr, fuchtelt im Sitzen mit den Händen, die Frau wehrt sich.

Die schweigende Frau am Fenster entpuppt sich als "echte" Ukrainerin: Erstmals ist entweder Ukrainisch oder Russisch mit ukrainischem Akzent in diesem Wagen, in diesem Video zu hören:

"Beruhigt euch, was ist denn mit euch los? Seid ihr schon ganz (durchgeknallt)? Hier sitzen doch Menschen... Ihr seid nicht normal!"

Sie spricht, und sieht dabei den Mann an.

Der Mann ergreift den Fuß der ihm gegenüber Sitzenden, dreht an ihm:

"Noch ein Mal und ich breche dir das Bein!"

Nun steht er auf, ergreift ihren Arm, dreht ihr diesen auf den Rücken:

"Bist du eine Separatistin?"

Auf der letzten Silbe hört man erstmals einen leichten "kleinrussischen" Akzent, so einen wie Gorbatschow ihn hatte.

Die Frau befreit sich aus dem Griff, der Mann weicht zurück:

"Beruhige dich!"

Eine männliche Stimme im Hintergrund:

"Jemand soll die Polizei rufen!"

Der Mann:

"Welche Polizei? Du siehst doch, wer die Frau ist."

Er wendet sich wieder der Frau zu, stößt sie auf die Bank zurück, greift ihr an den Hals:

"Halt dein Maul. Wenn du gegen die ukrainische Armee bist, dann stirbst du jetzt. Ich erwürge dich!"

Einer der Passagiere im zweiten Sitzabteil hat den Blick kurz von seinem Handy gelöst und sich zu den Streitenden umgedreht. Als die Todesdrohung fällt, wendet er sich wieder ab, beginnt die Schnur des Ladegerätes zusammenzurollen. Sein Sitznachbar starrt weiterhin, wie schon die ganze Zeit, reglos auf den Monitor.

Der Ukraine-Fan greift seiner Widersacherin an den Hals, stößt ihren Kopf in einer kraftvollen Bewegung gegen die Scheibe des Zugfensters. Die Frau schreit auf. Das erste Video reißt hier ab.

Zweites Video. Der Filmende ist etwas zurückgegangen in dem Gang. Die Kamera eröffnet nun auch den Blick auf die weiter vorn im Gang Stehenden, deren Stimmen man zuvor aus dem Hintergrund gehört hat, sowie auf weitere in anderen Abteilen sitzende Passagiere.

Eine Frau im dritten Sitzabteil zeigt überdurchschnittliches Interesse an dem Geschehen, dreht sich mehrfach zu den Streitenden um, lächelt.

Vorn läuft weiterhin das Handgemenge der beiden Protagonisten aus dem ersten Sitzabteil. Jetzt steht auch die Frau, wird von dem Mann auf die Bank zurückgestoßen, steht wieder auf. Der Mann verschwindet hinter der Tür, die Ukrainerin, die neben ihm saß, steht auf und setzt sich in ein anderes Abteil um. Die "Separatistin" bleibt vorerst allein zurück:

"Ich werde umgebracht, seht ihr das nicht?"

Allgemeine Belustigung im Wagen. Das zweite Video endet.

Drittes Video. Die Anzeige über dem Gang zeigt 18:25 als Uhrzeit an. Der Ukraine-Freund mit Gorbatschows Dialekt ist mit drei weiteren Männern zurückgekehrt: Stämmig, schwarze Jacken, schwarze gestrickte Sportmützen auf den Köpfen. Einer greift sich die Frau, nimmt sie von hinten in einen festen Griff, ringt mit ihr. Die anderen Passagiere haben sich in ihre eigenen Angelegenheiten vertieft. Die lachende Frau aus dem dritten Abteil, Mittelsitz, deutet dem Filmenden an, er solle das Filmen einstellen.

Just in diesem Augenblick beginnt die "Separatistin" im ersten Sitzabteil vor Schmerz zu schreien. Die Passagiere zeigen keine Regung. Nur die Frau im Mittelsitz schimpft über den Filmenden, deutet gegenüber ihrer Sitznachbarin auf ihn. Dann deutet sie per Handbewegung an, dass sie ihn für dumm hält.

Die "Separatistin" schreit weiter, man sieht nun, dass einer der Männer an ihrem Arm dreht und zerrt, ein anderer stößt sie aus dem Sitzbereich in den Einstiegsraum. Auch das dritte Video endet.

Was weiter geschah, wissen wir nicht. Oleg Zarjow, der frühere langjährige Rada-Abgeordnete und nunmehr "Separatistenführer", scheint mehr zu wissen. Er schreibt, dass die Frau aus dem Zug geworfen wurde, aber lebt:

"So weit ist es gekommen. Ein elektrischer Vorortzug in Kiew. Eine Frau wurde verprügelt, die es gewagt hatte, Einspruch zu erheben und zu behaupten, Putin sei in die Ukraine gekommen, um die Russen vor den Nazis zu schützen. Als die Frau aus dem Wagen geworfen wurde, hat sich niemand für sie eingesetzt, und sie wird in Zukunft schweigen. Wenigstens gut, dass sie nicht getötet wurde. Und die anderen, die in der Ukraine überleben, werden ebenfalls schweigen. So wird es bleiben, wenn nicht unsere Armee kommt und die Ukraine befreit."




https://t.me/olegtsarov/4192

Quelle: https://pressefreiheit.rtde.live/europa/...onalisten/

Meine persönliche Meinung dazu: Egal,wann und wo und weshalb dies passierte...es ist eine Schande ! Dieser Typ ist sowas von feige. Aber am schlimmsten sind die Leute, die einfach wegsehen und so tun,als würden sie nichts bemerken. In dieser Beziehung stehen die Ukrainer wohl den Deutschen in nichts nach.
Gez. Mike

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  Analyst Scott Ritter: "Die Position deutscher Politiker ist dumm" !
Geschrieben von: Klartexter - 23.11.2022, 01:45 - Forum: Politik - Keine Antworten

Analyst Scott Ritter: "Die Position deutscher Politiker ist dumm" !

In einem Interview äußerte der Militär-Analyst Scott Ritter, dass sich die Deutschen in einer Illusion über die eigene Stärke verrannt hätten. Die deutsche Bevölkerung sollte aufwachen, sonst drohe ein Atomkrieg in Europa.

[Bild: 637b6221b480cc2fad3dcf37.jpg]
Nicht ernst zu nehmen? Verteidigungsministerin Christine Lambrecht und die Wehrbeauftragte des Bundestages Eva Högl mit Militärs beim feierlichen Gelöbnis der Bundeswehr am 12. November 2022 in Berlin - Quelle: www.globallookpress.com © Annette Riedl/dpa

Der US-amerikanische strategische Analyst Scott Ritter räumt in einem Interview mit zahlreichen Vorstellungen der Deutschen über ihr Land, ihre Politik, vor allem aber über ihre militärische und wirtschaftliche Stärke auf.

Die Politik Deutschlands sei brandgefährlich und geschichtsvergessen, meint Ritter. Die Deutschen sollten aufwachen, denn deutsche Politiker würden mit ihrer aktuellen Politik Deutschland und Europa in einen Atomkrieg führen, der Europa, vielleicht sogar die Welt vernichten würde.

Ritter machte seinem Ärger über die deutsche Politik Luft. Nach seiner Auffassung hat sich Deutschland in einer Illusion verrannt. Ritter fragt, wann die Deutschen endlich anfangen würden, aus ihrer Geschichte zu lernen. Deutschland hätte schon mehrfach versucht, Russland zu bekämpfen, und es sei nie gut für Deutschland ausgegangen. Warum sei Deutschland so erpicht darauf, sich in den Krieg ziehen zu lassen, fragt sich der Analyst.

Das deutsche Militär könne einen konventionellen Krieg gegen Russland nicht gewinnen. Die Bundeswehr sei nicht ernst zu nehmen. Es fehle ihm an Kapazitäten, an Ausrüstung, an allem. Zu glauben, man könne sich immer weiter in den Krieg in die Ukraine einmischen, weil man die NATO im Rücken habe, sei naiv und extrem gefährlich. Eine Konfrontation zwischen der NATO und Russland führe unvermeidlich in einen Atomkrieg:

"Ein Konflikt zwischen der NATO und Russland endet nur auf eine Art: mit der nuklearen Vernichtung Europas, einschließlich Deutschlands."

Angesichts dieses offenkundigen Zusammenhangs sei die deutsche Politik wahnsinnig.

Die behauptete deutsche Stärke sei eine Illusion. Deutschland sei ein schwaches Land. Sein wirtschaftlicher Erfolg basiere auf der Verfügbarkeit günstiger russischer Energie. Die Idee, Russland isolieren zu können, gehe vollkommen an der Realität und den faktischen Gegebenheiten vorbei.

Ritter nimmt das Treffen der G20 als Beispiel: Substrahiere man die G7 von den G20, bliebe BRICS übrig. Ritter verdeutlicht damit, dass außerhalb des kollektiven Westens inzwischen starke Bündnisse entstanden sind, welche die Bedeutung des Westens immer weiter infrage stellen. Rhetorisch fragt Ritter die Deutschen, wie es um ihre Heiz- und Energiekosten stünde. Das Problem schwindender Kaufkraft und steigender Produktionskosten durch das westliche Sanktionsregime haben alle Länder der EU, weist Ritter nach. Anders sieht es dagegen für Länder wie Indien und China aus. Die Länder in den neuen Bündnissen profitierten von der Kooperation mit Russland. Wer Russland isolieren möchte, schickt die eigene Wirtschaft in den Keller, verdeutlicht Ritter.

Das Interview ist ein eindringlicher Appell und gleichzeitig die Warnung eines Experten, den Konfrontationskurs gegenüber Russland aufzugeben. Sollte Deutschland diesen Kurs beibehalten, kann es nur verlieren.

Mehr zum Thema - Wie sich westliche Firmen vom russischen Markt "zurückziehen"


Quelle: https://pressefreiheit.rtde.live/inland/...deutscher/

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  Ein Scherz zu viel: Warum Selenskij für den Westen zur Last wird !
Geschrieben von: Klartexter - 23.11.2022, 01:38 - Forum: Politik - Keine Antworten

Ein Scherz zu viel: Warum Selenskij für den Westen zur Last wird !

Alle redeten schon von einer ukrainischen Rakete, die in Polen eingeschlagen sei, nur Wladimir Selenskij und seine Mannschaft hielten eisern daran fest, es sei eine russische gewesen. Eine Lappalie? Nicht wirklich. Eher ein Scherz, der teuer zu stehen kommt.

[Bild: 637b841e48fbef06f13a1e23.jpg]
Wladimir Selenskij bei einer Videoansprache im Bundestag am 17. März 2022 - Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/Christian Thiel

on Dagmar Henn

Ist es nicht langsam mal genug mit dem Komiker in Kiew? Klar, es ist praktisch, wenn man sich nicht selbst irgendwelche Begründungen aus den Fingern saugen muss, warum ein Kernkraftwerk auf russischem Gebiet von russischen Truppen beschossen werden soll, sondern stattdessen einfach das übernehmen kann, was von ukrainischen Stellen behauptet wird. Lüge? Wahrheit? Egal, passt in die Linie und kostet nichts.

Aber irgendwann muss es doch unheimlich werden. Jetzt, diese Nummer mit der ukrainischen Rakete auf Polen … Man kann sich ja hinstellen und erklären, das war sicher nur ein bedauerlicher Unfall, oder aus sowjetischen Raketen russische machen, damit noch ein Teil übrig bleibt; aber wenn spätestens einen Tag danach alle, wirklich alle im Westen eingestanden haben, dass das eine ukrainische Rakete war, und nur die Ukrainer weiter drauf bestehen, dass nicht, dann ist das peinlich, aber nicht nur das.

Mal ganz abgesehen davon, dass so etwas schneller in den dritten Weltkrieg führen kann, als man Guten Abend sagen kann (und wer weiß, wer an dem Süppchen mit dieser Rakete alles mitgekocht hat) – diese mangelnde Flexibilität gefährdet die ganze Arbeit von Monaten! Die ganze saubere Unterscheidung, bei der Russland immer behauptet und die Ukraine erklärt, ist in Gefahr, nur weil der Komödiant in Kiew nicht begreift, wann er sich höflich zurückziehen und entschuldigen sollte.

Die ganze Mühe, immer so zu tun, als wäre das, was aus Kiew gemeldet wird, der Ausbund der Wahrheit; die unglaublichen Verluste, die man hinter den ukrainischen Siegesmeldungen verschwinden lassen konnte, indem man einfach nur die ukrainischen Angaben übernahm, das ganze mühelose Verscheißern der deutschen Öffentlichkeit, all das ist in Gefahr.

Weil man fast jeden zum Putin-Troll erklären kann und seine Aussage zur russischen Propaganda, nur nicht den US-Präsidenten oder den Sprecher des Pentagon, die diesmal auch sagten, es sei eine ukrainische Rakete. Und diese Sprechpuppe in Kiew macht einfach weiter und weiter, als sei nichts gewesen.

Dabei ist das sowieso schon kein einfacher Ritt, immer irgendwie die Balance bewahren zwischen den groben Lügen und der subtilen Drohung – à la "Es gibt keine Nazis in Kiew", und dann, als Erwiderung auf entsprechende Bildbeweise: "Das ist russische Propaganda." Das funktioniert, nur die Dosis der Drohung muss ständig erhöht werden. Solange alle anerkannten Medien im Westen A sagen und nur die Russen B, geht das gut.

Und dann widerspricht dieser Selenskij dem US-Präsidenten! Wie soll man das nur wieder flicken oder übertünchen? Da reicht es nicht, wenn wieder mal ein britischer Premier nach Kiew fliegt, um einzufordern, dass man sich dort an das Drehbuch hält. Der ganze Westen hat zusammen mit Russland A gesagt, und Selenskij und die Seinen hüpften auf und ab und schrien B. Ehrlich, das hätte nie passieren dürfen. Da fängt doch selbst ein Blinder mit Krückstock an, an Meldungen aus der Ukraine zu zweifeln …

Der Zweifel, der alte Feind des Glaubens, muss den Finger in die Wunde legen. Jetzt ist es passiert, jetzt ist er da, und man wird ihn so leicht nicht wieder los, weil es eben nicht irgendwer war, der Selenskij der Lüge bezichtigte, sondern ausgerechnet jener alte Mann, den man sonst zum fähigen Führer des Westens erklärt. Und weil andere genau das Gleiche gesagt haben und es diese doofen Fotos von Raketenresten gibt, kann man sich ausnahmsweise nicht einmal auf Bidens Demenz berufen.

Das ist das Schlimmste, was passieren konnte. Schlimmer als alle militärischen Verluste, denn seien wir einmal ehrlich, es ist euch doch vollkommen egal, wie viel am Ende von diesem ukrainischen Kanonenfutter noch übrig ist. Wichtig ist vor allem, dass das Publikum im Westen stillhält, während sein Lebensstandard um hundert Jahre zurückgesetzt und mit dem Ertrag die Rüstungsindustrie gefüttert wird. Was konnte man ihm nicht alles für hübsche Erzählungen andrehen! Zu Mariupol. Über die "Helden" von Asow. Aber woher soll der Nachschub kommen, wenn man nicht mehr einfach das übernehmen kann, was Selenskij, Dmitri Kuleba, Andrei Melnyk oder Witali Klitschko erzählen?

Die Glaubwürdigkeit dieser ukrainischen Quellen, das ist die dicke Decke, unter der man alles hat verschwinden lassen, die ganzen acht Jahre Krieg im Donbass, den ständigen Beschuss dort. Wenn aus Kiew erklärt wurde, sie schießen nicht, dann galt das. So lief das schon im Juni 2014 bei den Raketen auf die Regionalverwaltung von Lugansk. Aus Kiew wurde eben erklärt, man habe keine Raketen abgeschossen, da nützten selbst die Bilder der Webcam nichts, die das Flugzeug beim Abschuss zeigten. Was aus Kiew kommt, ist die unverrückbare Wahrheit.

Aber was ein US-Präsident sagt, ist selbstverständlich wahrer. Und das ist ein echtes Dilemma. Denn wenn die Alternative ist, in den Ukrainern die Guten zu sehen oder in den USA, dann sieht es sehr schnell schlecht aus für die Ukraine. Schließlich ist es nicht Selenskij, der über die Zukunft der Medienvertreter entscheidet. Aber wenn Biden die Wahrheit gesagt und demzufolge Selenskij gelogen hat, dann bleibt die Frage, ob Selenskij nicht bei anderen Gelegenheiten ebenfalls gelogen hat, was auch nicht sein darf, weil sonst alles, das unter besagter Decke verborgen liegt, enthüllt wird.

Für schnelle Gegenmaßnahmen ist es im Grunde bereits zu spät, und dass sich das noch mit der Meldung über die Ermordung russischer Kriegsgefangener überschnitten hat, macht die Lage nicht einfacher. Selbst gut inszenierte Gruselgeschichten werden nicht wirklich genügen, um diese Scharte auszuwetzen. Im Moment hängt die ganze Propaganda an einem sehr dünnen Faden.

Und es gibt natürlich noch ein Problem – es ist schlicht viel zu gefährlich, wenn sich Selenskij in das verwandelt, was man auf Englisch eine "lose Kanone" nennt. Ein Bild, das aus der Schifffahrt stammt, aus Zeiten, als unter Deck die Kanonenreihen standen und eine Kanone, die sich aus der Befestigung gelöst hatte, die Bordwand durchschlagen und damit das ganze Schiff versenken konnte. Ob Selenskij nun die ukrainische Rakete eigenmächtig gen Polen feuern ließ, ob es einer seiner Untergebenen war, den er nicht unter Kontrolle hatte, oder ob er schlicht verpasst hat, als die Klappe für diese Einstellung fiel, das Endergebnis ist das Gleiche. Er hat sich von einer nützlichen Marionette in eine Gefahr verwandelt.

Beide Probleme, das propagandistische und das ganz reale, lassen sich nur auf eine Weise lösen: indem man Selenskij durch eine neue Figur ersetzt. Vielleicht fährt er noch einmal nach Cherson und endet als Kollateralschaden oder fährt mit dem Auto über eine Mine; wie auch immer man ihm einen halbwegs heldenhaften Abgang verschaffen will. Aber sowohl das Risiko, im Westen die Überlegenheit im Informationskrieg zu verlieren und dann tatsächlich dem Zorn der Bevölkerung gegenüberzustehen, als auch das Risiko, den letzten Rest militärischer Eskalationskontrolle zu verlieren, ist viel zu hoch, um einen Darsteller, der sich selbst derart beschädigt hat, weiter auf der Bühne zu lassen. Vielleicht gibt es schon einen britischen Buchmacher, der Wetten über die Restlaufzeit anbietet.

Mehr zum Thema - Der Westen muss Kiew dazu zwingen, einen Waffenstillstand zu akzeptieren, bevor es zu spät ist


Quelle: https://pressefreiheit.rtde.live/meinung...last-wird/

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